Zusammenfassung
Beim Skrotalabszess handelt es sich um eine subkutane Eiterbildung im Bereich des Skrotums, die meist in Folge von entzündeten Haarfollikeln entsteht. Die Diagnose kann über das klinische Bild gestellt werden. Therapeutisch steht die frühzeitige operative Entlastung der Abszedierung in Verbindung mit einer sekundären Wundheilung im Vordergrund. Durch ein promptes Vorgehen kann eine Fournier-Gangrän als Komplikation verhindert werden.
Ätiologie
- Eingewachsener Haarfollikel
- Iatrogen
Symptomatik
Sowohl beim Skrotalabszess als auch bei der Nebenhodenentzündung sind die klassischen Entzündungszeichen prominent und diagnostisch wegweisend!
Diagnostik
- Urologische Anamnese
- Urologische Untersuchung
- Laborchemische Entzündungsparameter
- Sonografie des Skrotums
Differenzialdiagnosen
- Neoplasie des Hodens
- Infizierte Hydrozele testis
- Condylomata acuminata
- Fournier-Gangrän
AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Therapie
Prognose
- Frühzeitige Entlastung des Skrotalabszesses: Gute Prognose ohne Residuen
- Fournier-Gangrän: Vitale Bedrohung
Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026
- N49.-. Entzündliche Krankheiten der männlichen Genitalorgane, anderenorts nicht klassifiziert
- Exklusive: Entzündung des Penis (N48.1-N48.2), Orchitis und Epididymitis (N45.‑)
- N49.0: Entzündliche Krankheiten der Vesicula seminalis
- Vesikulitis o.n.A.
- N49.1: Entzündliche Krankheiten des Funiculus spermaticus, der Tunica vaginalis testis und des Ductus deferens
- Samenleiterentzündung
- N49.2: Entzündliche Krankheiten des Skrotums
- N49.8-: Entzündliche Krankheiten sonstiger näher bezeichneter männlicher Genitalorgane
- Inklusive: Entzündung der männlichen Genitalorgane an mehreren Lokalisationen
- N49.88: Entzündliche Krankheiten sonstiger näher bezeichneter männlicher Genitalorgane
- N49.9: Entzündliche Krankheit eines nicht näher bezeichneten männlichen Genitalorgans
Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.