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Mammakarzinom

Letzte Aktualisierung: 26.6.2026

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Das Mammakarzinom ist die häufigste maligne Erkrankung der Frau und geht mit einem Lebenszeitrisiko von ca. 13% einher. Die bedeutendsten Risikofaktoren sind endokrine Faktoren (bspw. ein langer hormonell aktiver Zeitraum), ein höheres Lebensalter sowie eine genetische Prädisposition (v.a. BRCA1/BRCA2-Genmutation). Klinische Symptome können sowohl in frühen als auch in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Ein häufiges initiales Zeichen ist ein neu aufgetretener, tastbarer Knoten in der Brust oder Axilla. Am häufigsten ist der obere äußere Quadrant betroffen. Weitere mögliche Befunde sind Haut- oder Mamillenveränderungen sowie ein Lymphödem des Arms. Allerdings bleibt das Mammakarzinom insb. in frühen Stadien oft asymptomatisch und wird daher häufig im Rahmen des Screening-Verfahrens entdeckt.

Histologisch unterscheidet man das am häufigsten auftretende invasive Karzinom ohne speziellen Typ (NST, ehemals „invasiv duktales Karzinom“) vom invasiven Karzinom mit speziellem Typ (z.B. das invasiv-lobuläre Karzinom). Daneben gibt es zahlreiche Risikoläsionen und präinvasive Veränderungen, die aufgrund ihrer klinischen Inapparenz insb. im Rahmen der Früherkennungsdiagnostik erkannt werden können. Zur Früherkennungsdiagnostik gehört neben der klinischen Tastuntersuchung im Rahmen der gynäkologischen Routinevorsorge v.a. das Mammografie-Screening, das bei Frauen ab 50 Jahren durchgeführt werden sollte und das darauf abzielt, nicht tastbare Tumoren frühzeitig zu detektieren. Bei erhöhtem Risiko können weitere, ergänzende Maßnahmen und ein früherer Beginn des Screenings sinnvoll sein. Bei auffälligen Befunden erfolgt die Diagnosesicherung i.d.R. durch eine Mamma- und ggf. Lymphknotenbiopsie. Bei positivem Befund schließt sich die Stagingdiagnostik mit CT-Thorax, -Abdomen und -Becken sowie einer Skelettszintigrafie an. Zu den typischen Metastasierungsorten gehören neben regionalen und nicht-regionalen Lymphknoten die Knochen, Lunge, Leber und das zentrale Nervensystem.

Therapeutisch hat die operative Entfernung des Tumors die größte Relevanz beim frühen Mammakarzinom. Bei günstiger Relation zwischen Brust- und Tumorgröße wird i.d.R. brusterhaltend operiert, gefolgt von einer adjuvanten Strahlentherapie. Ergänzend erfolgt – abhängig von Tumorbiologie und individuellem Risikoprofil – eine systemische Therapie in Form einer endokrinen Therapie, Chemotherapie und/oder zielgerichteten bzw. Antikörpertherapie. Diese kann je nach klinischer Situation adjuvant oder neoadjuvant/postneoadjuvant eingesetzt werden. Beim metastasierten Mammakarzinom liegt i.d.R. eine palliative Situation vor. Die Behandlung erfolgt dann kontinuierlich und überwiegend systemisch. Lokale Therapieverfahren wie Operation oder Bestrahlung kommen v.a. bei symptomatischen Befunden (wie Exulzerationen) oder oligometastatischen Situationen ergänzend zum Einsatz. Die Therapieplanung sollte stets interdisziplinär im Rahmen eines Tumorboards erfolgen und sich maßgeblich an der Tumorbiologie (Hormonrezeptorstatus, HER2-Status, Proliferationsrate) orientieren sowie nach individuellen, patientenspezifischen Faktoren richten.

Du möchtest diesen Artikel lieber hören als lesen? Wir haben ihn für dich im Rahmen unserer studentischen AMBOSS-Audio-Reihe vertont. Den Link findest du am Kapitelende in der Sektion „Tipps & Links“.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Weltweit (Stand 2023) [1]
    • Zweithäufigstes Karzinom insg.
    • Häufigstes Karzinom der Frau
    • Mortalität
      • Häufigste Krebstodesursache der Frau [2]
      • Vierthäufigste Krebstodesursache insgesamt
  • Deutschland (Stand 2023) [3][4]
    • Mittleres Erkrankungsalter: 65 Jahre
    • Geschlechterverteilung: >> (100:1)
    • Inzidenz: Standardisiert ca. 117 pro 100.000 Frauen pro Jahr
      • Mit einem Anteil von ca. 30% häufigstes Karzinom der Frau
    • Mortalität (Stand 2024): 21 pro 100.000 Frauen pro Jahr
    • Rückgang von Inzidenz und Sterblichkeit in den letzten Jahren
    • Familiäre Belastung: Ca. 30% aller Frauen mit einem Mammakarzinom
    • Lebenszeitrisiko: Ca. 13% [3]

Statistisch gesehen erkrankt ca. jede 8. Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom!

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

Risikofaktoren [5][6][7]

Hormonelle Risikofaktoren

Hereditäre Risikofaktoren

Sonstige Risikofaktoren [5][11]

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Risikoläsionentoggle arrow icon

Meist sind Risikoläsionen klinisch unauffällig und werden lediglich im Rahmen von Früherkennungsmaßnahmen diagnostiziert. Obwohl es sich bei allen Formen um Neubildungen (= Neoplasien) handelt, gehen sie dennoch mit einem unterschiedlichen Progressionsrisiko einher. Daher handelt es sich nicht bei allen Läsionen um obligate Präkanzerosen, sondern teilweise lediglich um Risikoläsionen, die die Entstehung eines invasiven Karzinoms begünstigen. Als sog. „benigne Veränderungen mit unsicherem malignem Potential (B3-Läsionen)“ gelten die atypische duktale Hyperplasie (ADH), die lobuläre intraepitheliale Neoplasie (LIN), die flache epitheliale Hyperplasie (FEA), das Milchgangspapillom und die radiäre Narbe. [5][13]

Duktale Risikoläsionen

Duktales Carcinoma in situ (DCIS) [5]

  • Definition: Präkanzerose des invasiven Mammakarzinoms, die von den Milchgängen (Duktus) ausgeht und die Basalmembran nicht durchbricht
  • Epidemiologie
    • Häufigkeit: 95% der nicht-invasiven Krebsvorstufen
    • Inzidenz in den letzten Jahren zunehmend
    • Geringe Letalität (3,3%) aufgrund guter therapeutischer Möglichkeiten
  • Charakteristika
    • Ca. 80% der DCIS bleiben asymptomatisch!
    • Häufiges mammografisches Korrelat: Mikrokalk entlang der Milchgänge
    • Zeitintervall zwischen DCIS und invasivem Mammakarzinom: Meist mehrere Jahre
    • Wachstum entlang der Milchgänge
    • I.d.R. unizentrisch, aber multifokales Wachstum möglich
    • Komedonekrosen möglich: Rasche intraduktale Zellproliferation mit zentraler Nekrosenbildung und erhöhter Entartungstendenz
  • Sonderform: Morbus Paget der Mamille
  • Diagnosesicherung: Häufig mammografisch gesteuerte Vakuumbiopsie bei Mikrokalk
  • Therapie [5]
    • Operatives Vorgehen: Vollständige Resektion mit ausreichenden Resektionsrändern (mind. 2 mm)
      • Brusterhaltende Therapie (BET) als Standard, Mastektomie seltener indiziert
      • I.d.R. keine Axilladissektion oder Sentinel-Node-Biopsie empfohlen [14]
      • Vorgehen bei knappem Randsaum R1 oder <2 mm: Operative Nachresektion in die entsprechende Richtung; Ausnahmen sind
        • Abstand <2 mm nach pektoral, sofern eine Entfernung der Pektoralisfaszie erfolgte
        • Abstand <2 mm nach ventral zur Haut bei Entfernung des DCIS bis zur Drüsenkörperfaszie
    • Adjuvante Radiotherapie
      • Bei hohem Rezidivrisiko sollte eine Radiotherapie angeboten werden (entsprechend der Radiotherapie beim Mammakarzinom); kein obligater Therapiebestandteil bei niedrigem Risiko (DCIS G1–2, <2 cm, Alter >50 Jahre) [5]
      • Ggf. als Teilbrustbestrahlung, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: Alter ≥50 Jahre, DCIS ≤3 cm, G1–2, R0 (≥5 mm), unifokal / unizentrisch)
      • Ggf. Boost-Bestrahlung im Tumorbett bei hohem Risiko
    • Antihormonelle Therapie: Zurückhaltende Indikationsstellung (und nur nach Hormonrezeptorbestimmung), da das Rezidivrisiko nach BET weniger effektiv als durch die Radiotherapie gesenkt wird
  • Risikofaktoren für ein intramammäres Tumorrezidiv nach DCIS [11]
    • Junges Alter
    • Klinisch symptomatische DCIS
    • Hohe Brustdrüsendichte
    • Positive Resektionsränder
    • Pathomorphologische Faktoren zur Bestimmung des Malignitätspotenzials

Im Falle einer Mastektomie sollte auch bei einem DCIS eine Sentinel-Node-Biopsie erfolgen, da im Falle eines Karzinomnachweises sonst keine Möglichkeit einer sekundären Sentinel-Node-Biopsie besteht.

Atypische duktale Hyperplasie (ADH)

  • Definition: Atypische Epithelproliferation innerhalb der Milchdrüsengänge (intraduktal) mit zytologischen und strukturellen Merkmalen eines differenzierten DCIS
    • Gilt als Risikoläsion, die mit einem generell erhöhten Tumorrisiko ipsi- und kontralateral einhergeht
    • Übergang in DCIS: Bei Proliferation >2 mm oder mehr als zwei komplett ausgefüllten Ductus
  • Therapie
    • Vollständige Exzision empfohlen
    • Bei R1-Situation mit isolierter ADH am Resektionsrand: Nachresektion in die entsprechende Richtung
  • Nachsorge: Jährliche Mammografie empfohlen

Flache epitheliale Atypie (FEA) [15]

  • Definition: Neoplastische Epithelhyperplasie mit Atypien in der terminalen duktulobulären Einheit ohne intraluminales Wachstum oder Sekundärarchitektur
  • Charakteristika
    • Häufig Mikrokalk
    • Geringes Entartungspotenzial, aber Assoziation mit ADH und DCIS
  • Therapie: Bei vollständiger Entfernung der FEA in der Stanz-/Vakuumbiopsie (kein Mikrokalk in radiologischer Kontrolle) keine weitere Therapie, ansonsten offene Exzision empfohlen
  • Nachsorge: Reguläre weitere Vorsorge empfohlen

Lobuläre Risikoläsionen

Lobuläre intraepitheliale Neoplasie (LN, LIN) [5][13]

  • Definition: Epitheliale Proliferation, die von den Milchdrüsenläppchen (Lobuli) ausgeht und sich auf diese und die terminalen Milchgänge (die sog. terminalen duktulobulären Einheiten) beschränkt; Basalmembran wird nicht durchbrochen
    • Umfasst gemäß WHO-Klassifikation die atypische lobuläre Hyperplasie (ALH) und das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS, „klassische LIN)
    • Risikoläsion, die mit einem generell erhöhten Tumorrisiko ipsi- und kontralateral einhergeht
    • Einige Hochrisiko-Subtypen gelten als nicht-obligate Präkanzerose für ein invasives lobuläres Mammakarzinom
  • Häufigkeit: 5% der nicht-invasiven Krebsvorstufen
  • Charakteristika
    • Meist Zufallsbefund (bspw. im Rahmen einer Biopsie oder bei Mikrokalk in der Mammografie)
    • Wachstum innerhalb der terminalen duktulobulären Einheiten (TDLE)
    • Häufig multizentrisch in einer Mamma lokalisiert, zu 30–40% bilateral
    • E-Cadherin-negativ
  • Therapie
    • Isolierter Befund oder Zufallsbefund einer klassischen (Niedrig-Risiko‑) LIN in der Biopsie: Keine weitere offene Biopsie
    • Hoch-Risiko-LIN (pleomorph, floride, mit Komedonekrosen): Komplette Exzision, Nachresektion bei isolierter Läsion und Nachweis am Resektionsrand
    • Anschließende Bestrahlung aufgrund geringer Strahlensensitivität nicht empfohlen
  • Nachsorge: Jährliche Mammografie empfohlen

Milchgangspapillom (Intraduktales Papillom)

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Symptomatiktoggle arrow icon

Lokale Symptome: Frühes und fortgeschrittenes Stadium

Viele Mammakarzinome bleiben in frühen Stadien asymptomatisch und werden im Screening entdeckt. Ein DCIS geht nur in etwa 20% der Fälle mit klinischen Symptomen einher. Typische klinische Zeichen können sein:

  • Veränderungen des Drüsengewebes
    • Unscharf begrenzte, meist druckunempfindliche Verhärtungen und nicht-verschiebliche Knoten
    • Veränderungen der Brustform und -größe, Asymmetrie zur Gegenseite
    • Cancer en cuirasse (Panzerkrebs)
  • Hautveränderungen
    • Hauteinziehungen
    • Hautrötungen
    • Hautödem, Orangenhaut (Peau d'orange)
    • Entzündlich veränderte Haut (inflammatorisches Mammakarzinom)
    • Exulzeration bis exophytisches Tumorwachstum
  • Veränderungen des Mamillen-Areola-Komplexes
    • Mamillensekretion
    • Ekzematöse Veränderungen
    • Mamillenretraktion
    • Einziehungen der Areola oder Asymmetrien
  • Symptome bei Lymphknotenbeteiligung

Lokalisation

  • Ca. 55%: Oberer äußerer Quadrant (inkl. Übergang zur Axilla)
  • Ca. 15%: Oberer innerer Quadrant
  • Ca. 15%: Mamille sowie retromamillär (zentraler Bereich)
  • Ca. 10%: Unterer äußerer Quadrant
  • Ca. 5%: Unterer innerer Quadrant
  • Zusätzlich
    • Ca. 5–25%: Multizentrische Lokalisation in einer Mamma
    • Ca. 1–3%: Primär bilateral

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Diagnostiktoggle arrow icon

Basisdiagnostik zur Abklärung auffälliger Befunde [5][16]

Anamnese

Untersuchungen

Die beidseitige Mammografie und Sonografie spielen sowohl bei der Diagnostik als auch bei der Nachsorge des Mammakarzinoms als kostengünstige und ubiquitär verfügbare Verfahren die wichtigste Rolle!

Eine Hormoneinnahme kann ggf. die Beurteilbarkeit diagnostischer Maßnahmen einschränken und muss bei Diagnosestellung mitbeachtet werden! [5]

Diagnosesicherung bei Karzinomverdacht

Staging [5][16]

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Pathologietoggle arrow icon

Pathomorphologische Faktoren des Mammakarzinoms [5]

Bestimmt wird insb.

Histologische Klassifikation nach WHO (Auszug) [17][18]

  • Invasives Karzinom ohne speziellen Typ (Invasive Carcinoma of no special Type, NST): Etwa 75% aller Mammakarzinome
    • Nomenklatur geändert: Ehemals „Invasiv-duktales Karzinom nicht anders spezifiziert“ (invasive carcinoma not otherwise specified, NOS)
    • Histologie
  • Invasive Karzinome mit speziellem Typ: Etwa 25% aller Mammakarzinome
    • Invasiv-lobuläres Karzinom: Etwa 15% aller Mammakarzinome (größter Anteil der speziellen Mammakarzinome)
      • Histologie: Kleine, nicht-kohäsiv wachsende , runde Tumorzellen, kettenförmig angeordnet
        • Single File Pattern“: Reihen aus Tumorzellen in dichtem Stroma (Gänsemarschformation, einreihig)
        • „Targetoid Pattern“: Ringförmiges Wachstum um erhaltene Milchgänge
      • Oft multifokal und/oder bilateral
    • Tubuläres Karzinom
    • Kribriformes Karzinom
    • Muzinöses Karzinom
    • Neuroendokrine Tumoren
    • Metaplastische Tumoren
    • Apokrine Tumoren

Zum Vergleich: Normalbefunde

Grading [19][20][21]

Das in aktuellen Leitlinien für invasive Mammakarzinome empfohlene System ist das von Elston und Ellis modifizierte Bloom-Richardson-Grading (BRE-Graduierung)

  • Dignitätskriterien und zugehöriges Scoring
    • Ausmaß der Kernpolymorphien
      • Gering: 1 Punkt
      • Mittelgradig: 2 Punkte
      • Hochgradig: 3 Punkte
    • Anteil der tubulären Strukturen
      • >75% des Gewebes: 1 Punkt
      • 10–75% des Gewebes: 2 Punkte
      • <10% des Gewebes: 3 Punkte
    • Anzahl der Mitosen
  • Interpretation
    • G1 (Score 3–5): Gut differenziert, geringer Malignitätsgrad
    • G2 (Score 6–7): Mäßig differenziert, mäßiger Malignitätsgrad
    • G3 (Score 8–9): Schlecht differenziert, hoher Malignitätsgrad

Multifokalität/Multizentrizität

  • Multifokalität: Auftreten mehrerer voneinander getrennter Tumorherde in einem Quadranten bzw. in einem Abstand <4 cm
  • Multizentrizität: Auftreten mehrerer voneinander getrennter Tumorherde in mehr als einem Quadranten bzw. in einem Abstand >4 cm

Hormonrezeptor-/HER2-Status [5][22]

Regelhafte Bestimmung bereits in der Primärdiagnostik (idealerweise bereits aus Stanzbiopsie).

  • Östrogen (ER)- und Progesteron (PR)-Rezeptorstatus
    • Bestimmung über Immunhistochemie (IHC)
    • Vorkommen Hormonrezeptor-positiver Tumoren: Ca. 75% aller Mammakarzinompatientinnen [23]
    • Angabe des Prozentsatzes positiver Tumorzellkerne (Cut-off: mind. 1% positive Tumorzellkerne) und der Färbeintensität
      • ER/PR-negativ: <1% positive Tumorzellkerne
      • ER/PR-gering positiv: 1–10% positive Tumorzellkerne
      • ER/PR-positiv: >10% positive Tumorzellkerne
  • HER2-Status: Expression des transmembranösen Wachstumsfaktorrezeptors mit Tyrosinkinaseaktivität (HER2-Onkoprotein) [5][24]
    • Einteilung nach Immunhistochemie (Proteinüberexpression) und In-situ-Hybridisierung (ISH)
    • Bisherige Einteilung
    • Neue Einteilung seit 2023
      • HER2-positiv: Score IHC 3+ oder IHC 2+ / ISH positiv
      • HER2-low: Score IHC 1+ oder IHC 2+ / ISH negativ
      • HER2-ultra-low: Score IHC 0, aber mit Nachweis von >0% bis ≤10% Färbung [25]
      • HER2-negativ (HER2-zero): Score IHC 0
  • Triple negatives Mammakarzinom: Östrogen (ER)- und Progesteron (PR)-negativ + HER2-low bzw. HER2-negativ

Ki67-Proliferationsindex [5][22]

Regelhafte Bestimmung bereits in der Primärdiagnostik (idealerweise aus Stanzbiopsie).

  • Immunhistochemische Bestimmung : Werte zwischen 1–100%
  • Interpretation: Ein hoher Proliferationsindex spricht für ein schnelles Tumorwachstum [5]
    • Niedrig: Ki67 <10%
    • Moderat: Ki67 10–34%
    • Hoch: Ki67 ≥35%
  • Endokrine Response-Beurteilung: Bei HR-positiven und HER2-negativen Tumoren
    • Zunehmend erfolgt eine erneute Ki67-Bestimmung am OP-Präparat nach einer präoperativ begonnenen 2–4-wöchigen endokrinen Induktionstherapie
    • Abfall Ki67 auf ≤10% im OP-Präparat zeigt ein Ansprechen auf die Therapie an (insb. bei Postmenopausalität)
    • Kann als prädiktiver Marker für eine Entscheidung hinsichtlich der Notwendigkeit einer Chemotherapie dienen

Die Bestimmung des Ki67-Index unterliegt einer hohen Inter-Observer-Variabilität!

Immunhistochemische molekulare Subtypisierung des Mammakarzinoms (intrinsische Subtypen des Mammakarzinoms)

  • Ermöglicht eine Prognose zum Therapieansprechen bei bestimmten Kombinationen
  • Zur Ermöglichung des klinischen Routineeinsatzes wurde eine alternative, vereinfachte Klassifikation etabliert, die auf immunhistochemischen Analysen beruht
Intrinsische Subtypen (vereinfacht) [5]
Subtyp ER/PR-Status HER2-Status Ki67
Luminal A Positiv Low/negativ Niedrig
Luminal B HER2-negativ Positiv Low/negativ Hoch
HER2-positiv Positiv Jeder Wert
HER2-positiv Low/negativ Positiv Jeder Wert
Triple-negativ Low/negativ Low/negativ Jeder Wert

Tumoren mit geringem positiven Hormonrezeptorstatus (ER/PR <10%) und HER2-Negativität bzw. HER2-low-Status verhalten sich klinisch meist wie triple-negative Mammakarzinome und sollten auch entsprechend dieses Subtyps behandelt werden! Siehe auch: Systemische Therapie nach Subtyp beim Mammakarzinom.

Genexpressionsanalyse beim Mammakarzinom (Multigentests, Genexpressionstests) [5]

  • Allgemeines
    • Untersuchung zahlreicher Gene in Brusttumoren mithilfe von cDNA-Microarrays
    • Die Gene stehen im Zusammenhang mit der Zellproliferation, der Tumorinvasion und der Hormon- bzw. HER2-Rezeptoraktivität
  • Anwendung: Risikogruppeneinteilung von Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem Karzinom, bei denen die Prognosefaktoren (insb. Ki67) keine sichere Entscheidung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie zulassen [26]
    • Es gibt verschiedene kommerzielle Tests (bspw. Oncotype DX®, EndoPredict®, Prosigna® oder MammaPrint®), die alle unterschiedliche Gen-Panels analysieren → Es sollte allerdings lediglich ein Test durchgeführt werden!
    • Auswertung: Angabe als Risikoscore

Kommerzielle Tests [27]

  • Oncotype DX® (21-Gene-Recurrence-Score) [28][29]
    • Anwendung: HR-positiven/HER2-negativen Tumoren, pN0 oder pN1 (1–3 LK)
    • Ergebnis: Recurrence Score: 0–100
    • Therapiekonsequenz: Abhängig von Alter, Recurrence Score und Nodalstatus anhand folgender Tabellen
Nodalstatus pN0: Standardisiertes Vorgehen abhängig vom Oncotype DX® Recurrence Score
Alter Recurrence-Score Empfehlung
≤50 Jahre RS 0–15 Kein Nutzen einer Chemotherapie
≤50 Jahre RS 16–20 Individuelle Entscheidung, Benefit 1,6%
≤50 Jahre RS 21–25 Individuelle Entscheidung, Benefit 6,5%
≤50 Jahre RS 26–100 Chemotherapie indiziert
>50 Jahre RS 0–25 Kein Nutzen einer Chemotherapie
>50 Jahre RS 26–100 Chemotherapie indiziert
Nodalstatus pN1 (bis zu 3 positive Lymphknoten): Standardisiertes Vorgehen abhängig vom OncotypeDX® Recurrence Score
Menopausenstatus Alter Recurrence-Score Empfehlung
Prämenopausal <50 Jahre Chemotherapie indiziert
Prämenopausal ≥50 Jahre RS 0–25 Individuelle Entscheidung
Prämenopausal ≥50 Jahre RS 26–100 Chemotherapie indiziert
Postmenopausal Jedes Alter RS 0–25 Kein Nutzen einer Chemotherapie
Postmenopausal Jedes Alter RS 26–100 Chemotherapie indiziert
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Stadientoggle arrow icon

TNM-Klassifikation des Mammakarzinoms [5][22][30]

Die Einteilung des Mammakarzinoms nach Größe des Primärtumors (T) und Ausbreitung (Lymphknotenbefall (N), Metastasierung (M)) erfolgt anhand der TNM-Klassifikation sowie der aktuellen UICC-Klassifikation.

TNM-Klassifikation des Mammakarzinoms
TNM-Klassifikation Tumorausbreitung
TX
  • Keine Beurteilung möglich
T0
  • Kein Anhalt für Primärtumor
Tis
T1
  • Tumorgröße: ≤2 cm
    • T1mi: Mikroinvasion ≤0,1 cm
    • T1a: ≤0,5 cm
    • T1b: >0,5 cm und ≤1 cm
    • T1c: >1 cm und ≤2 cm
T2
  • Tumorgröße: >2 cm und ≤5 cm
T3
  • Tumorgröße: >5 cm
T4
N1
  • Befall beweglicher axillärer Lymphknoten des Levels I–II
pN1
N2
pN2
N3
pN3
M
  • M0: Keine Fernmetastasen
  • M1: Fernmetastasen

Stadieneinteilung des Mammakarzinoms nach UICC und AJCC [30]

Zusammengefasst werden die TNM-Klassifikationsangaben in der aktuellen UICC/AJCC-Klassifikation.

UICC/AJCC-Stadium TNM-Klassifikation
0
  • Tis, N0, M0
I IA
  • T1, N0, M0
IB
  • T0–T1, pN1mi, M0
II IIA
  • T0–T1, N1, M0
  • T2, N0, M0
IIB
  • T2, N1, M0
  • T3, N0, M0
III IIIA
  • T0–T2, N2, M0
  • T3, N1–N2, M0
IIIB
  • T4, N0–N2, M0
IIIC
  • Jedes T, N3, M0
IV
  • Jedes T, jedes N, M1
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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

Generelle Therapieprinzipien

Therapieformen

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Operative Therapie bei Mammakarzinomtoggle arrow icon

Allgemeines [5][31]

  • Ziel: Komplettresektion des Tumors mit tumorfreien Resektionsrändern (R0)
  • Resektionsränder
  • Indikationen
    • Im Allgemeinen besteht beim Mammakarzinom stets eine Indikation zur operativen Entfernung
    • Auch im Falle einer klinischen Komplettremission nach neoadjuvanter Chemotherapie ist eine operative Entfernung des Tumorbettes indiziert [32]
    • Interdisziplinäre Entscheidungsfindung für operative Therapie nur nach vollständiger Diagnostik; prätherapeutisches Tumorboard empfohlen
  • Planung unter Berücksichtigung folgender Faktoren

Brusterhaltende Therapie (BET, BEO) [5]

Bei der brusterhaltenden Operation wird der Tumor mit einem Sicherheitsabstand entfernt, während die restliche Brust erhalten bleibt. Die brusterhaltende Therapie in Kombination mit einer Strahlentherapie zeigt im Vergleich zur Mastektomie gleichwertige Überlebensdaten.

  • Indikationen: Wenn möglich, ist die brusterhaltende Therapie der radikalen Mastektomie vorzuziehen
  • Kontraindikationen
    • Inflammatorisches Mammakarzinom
    • Mehrmalige Nachresektionen bei R1-Status
  • Durchführung
    • Bei nicht-palpabler Läsion: Präoperative sonografische oder stereotaktische Markierung oder intraoperative sonografische Lokalisation des Befunds
    • Bei palpabler Läsion: Operation entlang des Palpationsbefunds
    • Schnittführung entlang der bogenförmig verlaufenden Hautspaltlinien oder radiär
    • Bei geringem Abstand zur Kutis ggf. Entnahme einer Hautspindel; bei geringem Abstand zur Mamille ggf. Entfernung des Mamillen-Areola-Komplexes; bei V.a. Pektoralisinfiltration ggf. partielle Resektion des M. pectoralis major
    • Entnahme des Herdbefunds mit kleinem Randsaum aus gesundem Gewebe
    • Fadenmarkierung des Herdbefunds zur Beurteilung der Resektionsränder für die pathologische Begutachtung und zum Zweck einer möglichen Nachresektion
    • Sonografische Untersuchung des Befunds und/oder Präparateradiografie , ggf. Entnahme weiterer Nachresektate bei V.a. R1-Situation
    • Clipmarkierung des Tumorbettes
    • Bei ausgedehntem Befund ggf. Defektverschluss in der Tiefe durch Mobilisierung von Drüsengewebe zur Verhinderung späterer Brustverformungen
    • Sorgfältige Blutstillung, Einlage einer oder mehrerer Redon-Drainagen
    • Verschluss von Subkutis und Kutis
  • Sonderform: Tumoradaptierte Reduktionsplastik (TARP)
    • Bei Mammakarzinom und gleichzeitig großem Brustvolumen kann auch ein größerer Tumor großzügig entfernt und dabei die Brust verkleinert werden
    • Schnittführung: U.a. vertikal, inverser T-Schnitt oder Round-Block möglich
    • Präoperatives Anzeichnen im Stehen empfohlen, intraoperatives Aufsetzen der Patientin durch Beach-Chair-Lagerung
    • Kraniale oder kaudale Gefäßstielung des Mamillen-Areola-Komplexes stets beachten und im OP-Bericht dokumentieren
    • Neue Position des Mamillen-Areola-Komplexes wird individuell festgelegt, meist Mamillen-Jugulum-Abstand 19–21 cm
    • Ggf. kontralaterale Anpassung aus orthopädischen/kosmetischen Gründen

Nach einer brusterhaltenden Therapie muss bei invasiven Formen des Mammakarzinoms i.d.R. eine adjuvante lokale Radiatio durchgeführt werden, um das Risiko von intramammären Rezidivtumoren zu minimieren!

Mastektomie [5]

Plastische Brustrekonstruktion bei Mammakarzinom [5][5][33]

  • Zeitpunkt: Sofort oder zweizeitig möglich

Mögliche Verfahren

Heterologe Brustrekonstruktion (Brustimplantat/Expanderprothese)

  • Prinzip
    • Schnellstes und einfachstes Sofortrekonstruktionsverfahren
    • Wiederaufbau durch Fremdmaterial, meist Silikonimplantate
    • Schnittführung: Submammär, inverser T-Schnitt, perimamillär
    • Implantatloge: Prä- oder subpektoral
    • Ggf. Kombination mit azellulärer Dermis oder synthetischen Netzen
  • Ggf. Expanderprothese
    • Einsatz bei unzureichendem Hautmantel oder ggf. temporär bei geplanter Radiatio
    • Implantat kann schrittweise mit Kochsalzlösung gefüllt werden und dehnt den Hautmantel vor
    • Nach Erreichen der Wunschgröße erfolgt eine zweite Operation zum Einsetzen des endgültigen Implantats
  • Komplikationen
    • Nekrosen des Hautmantels: Einsatz von Nitroglycerinsalbe lokal (off-label) möglich
    • Nekrosen des Mamillen-Areola-Komplexes
    • Kapselfibrose (Brustimplantat)
      • Übermäßige, narbige Schrumpfung der bindegewebigen Kapsel um das Implantat als immunologische Reaktion
      • Seltener bei texturierten Implantaten
      • Symptomatik: Verhärtung, Schmerz, Formveränderung der Brust; Schweregrad nach Baker-Klassifikation (I–IV)
      • Insb. deutlich erhöhtes Risiko unter gleichzeitiger Indikation zur Radiatio oder nach Radiatio
      • Therapie: Operative Kapsulektomie oder Kapsulotomie
    • Implantatrupturen, Silikonome
  • Implantatassoziierte Folgeerkrankungen [5]
    • BIA-ALCL (Breast Implant-associated anaplastic large Cell Lymphoma): Seltenes, meist spät auftretendes T-Zell-Lymphom im Implantatkapselbereich, v.a. bei texturierten Implantaten
    • BIA-SCC (Breast Implant-associated squamous Cell Carcinoma): Extrem seltenes, aggressives Plattenepithelkarzinom der Implantatkapsel, oft mit schlechter Prognose
    • Breast Implant Illness (BII): Unspezifisches, nicht klar objektivierbares Beschwerdebild (Fatigue, Gelenkschmerzen, kognitive Probleme), möglicher Zusammenhang mit Immunreaktion auf Implantate

Autologe Brustrekonstruktion

  • Prinzip: Wiederaufbau durch Eigengewebe mittels gestieltem oder freiem muskulokutanen oder freiem adipokutanen Lappen
  • Transversus-rectus-abdominis-Muskellappen (TRAM-Lappen): Mobilisation des unteren Teils des ipsilateralen M. rectus abdominis mit der darüberliegenden Bauchhaut und dem subkutanen Fettgewebe
    • Kann als freier Lappen (Ernährung des Lappens über eine freie Gefäßanastomose) oder als gestielter Lappen (Ernährung über einen Gefäßstiel) erfolgen
    • Nachteil: Bauchdeckenschwäche mit Gefahr der Hernienentstehung
  • DIEP-Lappen (Deep inferior epigastric Perforator Flap): Freie Transplantation eines Haut-Unterhautfettgewebe-Lappens aus dem Unterbauchbereich (analog zum TRAM-Lappen unter Belassung des M. rectus abdominis und seiner Faszie) mit anschließender Gefäßanastomose
  • Latissimus-dorsi-Lappen (LaDo-Lappen): Mobilisation eines gestielten Latissimus-dorsi-Lappens mit darüberliegender Haut und Einschwenkung unter dem Arm hindurch vor die Thoraxwand
    • Meist ist ein zusätzliches Implantat notwendig, um ein ausreichendes Brustvolumen zu erzielen

Mamillenrekonstruktion

  • Durchführung nach kompletter abgeschlossener Wundheilung, frühestens nach 3–6 Monaten empfohlen
  • Lokale Lappenplastiken: Bildung eines Hautlappens aus der Brusthaut (z.B. Skate Flap, C-V Flap) [34]
  • Wiederherstellung der Areola durch Hauttransplantation
  • Medizinische Pigmentierung
  • Kombination aus Pigmentierung und chirurgischen Techniken ist möglich

Bei Erstdiagnose eines Mammakarzinoms und auffälliger Familienanamnese sollte frühzeitig eine Vorstellung in einem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs (FBREK-Zentrum) erfolgen, um einen möglichen Mutationsnachweis bereits in die operative Therapieplanung einzubeziehen!

Axillachirurgie bei Mammakarzinom [5]

Prätherapeutisch ist eine sorgfältige klinische Einschätzung des Lymphknotenstatus essenziell. Bei V.a. pathologischen Lymphknotenbefall sollte, wenn möglich, eine bioptische Sicherung und ggf. Clipmarkierung der axillären Lymphknoten erfolgen.

Sentinel-Lymphonodektomie bei Mammakarzinom (SLNE, SLNB)

  • Definition: Standardverfahren (axilläres Staging), bei dem der bzw. die Sentinellymphknoten entfernt werden, um repräsentativ den axillären Lymphknotenstatus zu erfassen
  • Indikationen
  • Verzicht auf SLNE empfohlen [14]
    • Analog der INSEMA-Studie bei Postmenopausalität, Alter ≥50 Jahre, cT1, cN0, geplante BET mit nachfolgender Ganzbrustbestrahlung, Rezeptorstatus: HR-positiv/HER2-negativ, Grading G1–2 [35]
    • Fragile Patientin, ≥70 Jahre, cT1, cN0, Rezeptorstatus: HR-positiv/HER2-negativ
  • Vorteil: Deutlich geringere Morbidität als Axilladissektion bei gleichwertig hoher Sicherheit in den indizierten Fällen
  • Verfahren zur Detektion der Sentinel-Lymphknoten [36]
    • Nuklearmedizinische Markierung: Am Vortag der OP durch peritumorale Applikation von Technetium99m → Lymphabflussszintigrafie zur Lokalisation der Lymphknoten im Anschluss und Befundmarkierung auf der Haut
    • Farbstoffmarkierung: Unmittelbar präoperative peritumorale oder perimamilläre Injektion von Farbstofflösung → Intraoperative Verfolgung angefärbter Lymphbahnen zum Aufsuchen des/der angefärbten Sentinel-Lymphknoten
    • Kombination beider o.g. Verfahren
    • SPIO-Markierung: Superparamagnetic Iron Oxide
  • Durchführung
    • Erreichen des Sentinels über bestehenden Hautschnitt der Brustoperation oder separater Hautschnitt axillär parallel zum Rand des M. pectoralis
    • Entnahme aller Sentinel-Lymphknoten unter Schonung der axillären Leitstrukturen
    • Ausschluss einer relevanten Rest-Radioaktivität

Targeted axillary Dissection (TAD) [14][37]

Axilladissektion (ALND) [5][31]

Schnellschnittuntersuchung

  • Indikation: Bei unmittelbarer operativer Konsequenz, bspw.
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Systemische Therapie bei Mammakarzinomtoggle arrow icon

Für die spezifische Therapie je nach Subtyp (HR-Status, HER2-Status) inkl. Therapiesequenzen siehe: Systemische Therapie nach Subtyp beim Mammakarzinom

Chemotherapie

Beim Mammakarzinom wird die Chemotherapie im Rahmen der systemischen Therapie mit zytotoxischen Wirkstoffen durchgeführt. Hierbei werden insb. schnell teilende Zellen angegriffen, indem durch die Therapie Prozesse der DNA-Replikation, Zellteilung oder Zellfunktion gestört werden und so die Zellproliferation gehindert oder die Apoptose induziert wird. Da diese Medikamente systemisch über den Blutkreislauf verteilt werden, können sie neben dem Primärtumor auch mikroskopisch disseminierte Tumorzellen im gesamten Organismus erreichen und so zur Verminderung des (Fern‑)Rezidivrisikos beitragen.

Allgemeine Therapieprinzipien [5] [42][43]

Prämenopausale Patientinnen sollen vor einer Chemotherapie über fertilitätserhaltende Maßnahmen aufgeklärt werden!

Chemotherapie-Schemata beim Mammakarzinom [42]

Neoadjuvante Chemotherapie beim Mammakarzinom [5][43][45][46]

Bei bildmorphologischem Progress im Rahmen der neoadjuvanten Chemotherapie sollte diese abgebrochen und eine Operation bzw. Strahlentherapie vorgezogen werden!

Adjuvante Chemotherapie [43]

Parallel zur adjuvanten Chemotherapie sollte keine endokrine Therapie erfolgen, da dies die Wirksamkeit der Chemotherapie reduzieren kann!

Endokrine Therapie beim Mammakarzinom (Antihormontherapie)

Die endokrine Therapie führt über eine Blockade der Wirkung bzw. Herabregulierung der Synthese von Östrogen und Progesteron an hormonrezeptorpositiven Tumorzellen zu einer Hemmung des hormonabhängigen Tumorwachstums. Sie wird eingesetzt bei allen hormonrezeptorpositiven Mammakarzinomen. Die Wahl der endokrinen Therapie richtet sich nach dem Menopausenstatus, dem Rezidivrisiko und ggf. etwaiger endokriner Vortherapien.

Allgemeine Therapieprinzipien [5][43]

Für weitere Informationen und genauere Therapieempfehlungen zur adjuvanten endokrinen Therapie je nach Menopausenstatus siehe: Adjuvante endokrine Therapie beim HR-positiven, HER2-negativen frühen Mammakarzinom

Wirkstoffe

Tamoxifen wirkt agonistisch(!) an Östrogenrezeptoren des Endometriums und erhöht dadurch das Risiko für ein Endometriumkarzinom!

Zur Entscheidung über eine adäquate antihormonelle Therapie werden bei unklarem Menopausenstatus die Serumspiegel von Östrogen (postmenopausal↓) und FSH (postmenopausal↑) bestimmt!

Aromatasehemmer unterdrücken insb. die Östrogenumwandlung in den peripheren Geweben wie Muskeln und Fett. Die ovarielle Östrogenbildung wird nicht ausreichend inhibiert, sodass es prämenopausal durch die Blockade der peripheren Östrogenumwandlung zu einer Aktivierung der Gonadotropin-Achse und damit zur ovariellen Überstimulation kommen kann. Daher ist beim prämenopausalen Einsatz von Aromatasehemmern eine Ovarialsuppression obligat!

Neoadjuvante endokrine Therapie beim Mammakarzinom (NET, endokrine Induktionstherapie) [5][43]

Zielgerichtete Therapie beim Mammakarzinom

Zielgerichtete Therapien beim Mammakarzinom richten sich gegen spezifische molekulare Strukturen und Signalwege der Tumorzellen. Voraussetzung für ihren Einsatz ist die Bestimmung prädiktiver Biomarker wie HER2-Status, Hormonrezeptorstatus oder genetische Alterationen (z.B. BRCA-Mutationen). Durch diese biomarkerbasierte Therapieauswahl kann die Behandlung individualisiert werden. Dies verbessert häufig die Wirksamkeit bei gleichzeitig geringerer unspezifischer Toxizität im Vergleich zur klassischen Chemotherapie. Die Therapien können in Kombination mit anderen Therapien (wie endokrine Therapien, Chemotherapien) oder alleine erfolgen.

Allgemeine Therapieprinzipien

Wirkstoffe

Für allgemeine Informationen zur zielgerichteten Tumortherapie siehe: Medikamente der zielgerichteten Tumortherapie, Medikamente der zielgerichteten Tumortherapie - Small molecules und Medikamente der zielgerichteten Tumortherapie - Monoklonale Antikörper. Zielgerichtete Therapien werden zunehmend beim frühen Mammakarzinom eingesetzt, aber auch regelhaft in der metastasierten Situation. Für eine bessere Übersichtlichkeit werden hier die Wirkstoffe sowohl für das kurative als auch das metastasierte Setting aufgelistet.

In der Therapie des Mammakarzinoms verwendete Wirkstoffe sind

Postneoadjuvante systemische Therapie beim Mammakarzinom [5][43][53]

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Systemische Therapie nach Subtyp beim Mammakarzinomtoggle arrow icon

Der folgende Abschnitt beinhaltet die Therapie des frühen Mammakarzinoms nach Subtyp. Für Informationen zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms siehe: Systemtherapie des metastasierten Mammakarzinoms.

HR-positives, HER2-negatives frühes Mammakarzinom [5][43]

Therapiesequenzen

Genexpressionstests sollten stets an therapienaivem Material vorgenommen werden! Im Falle einer neoadjuvanten endokrinen Therapie (NET) sollten sie daher am zuvor entnommenen Stanzgewebe erfolgen!

Adjuvante endokrine Therapie beim HR-positiven, HER2-negativen frühen Mammakarzinom

Adjuvante endokrine Therapie (HR-positives/HER2-negatives Mammakarzinom) [43]
Klassische adjuvante endokrine Therapie (0–5 Jahre) Erweiterte adjuvante endokrine Therapie (EAT; >5 Jahre), siehe: Indikationen für eine erweiterte adjuvante endokrine Therapie
Prämenopausal – niedriges Rezidivrisiko
  • I.d.R. keine EAT notwendig
Prämenopausal – hohes Rezidivrisiko
Postmenopausal sehr niedriges Rezidivrisiko / Senium
  • I.d.R. keine EAT notwendig
  • Ggf. Therapiedauer mit Tamoxifen auf 10 Jahre erhöhen bei neu auftretenden Risikofaktoren
Postmenopausal niedriges Rezidivrisiko
Postmenopausal hohes Rezidivrisiko

Indikationen für eine erweiterte adjuvante endokrine Therapie (EAT; >5 Jahre) [43]

Bei hohem Rezidivrisiko ist i.d.R. eine EAT indiziert:

Endokrine Kombinationstherapie beim HR-positiven, HER2-negativen, frühen Mammakarzinom [43]

Triple-negatives, frühes Mammakarzinom [5][43]

Therapiesequenzen

Bei triple-negativen Mammakarzinomen besteht ein höheres Risiko einer genetischen Mutation. Patientinnen mit einer triple-negativen Erkrankung und einem Erkrankungsalter vor dem 70. Geburtstag sollte daher eine humangenetische Beratung und ggf. Testung an einem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs angeboten werden!

(Neo)adjuvante Chemotherapieschemata beim triple-negativen, frühen Mammakarzinom [42][43]

  • cT1b: 4× EC q2w → 12× Pac q1w oder anthracyclinfreies Schema mit 18× Pac / Carbo q1w
  • cT1c: 12× Pac / CarboAUC 1,5 q1w4× EC q2w oder 12× Pac q1w / 4× CarboAUC 5 q3w4× ddAC / 4× EC q2w
  • Ab cT2 oder cN+: Pembro q3w + 12× Pac / Carbo q1w → 4× EC q2w

Bei bildmorphologischem Progress im Rahmen der neoadjuvanten Chemotherapie sollte diese abgebrochen und eine Operation bzw. Strahlentherapie vorgezogen werden!

Adjuvante Systemtherapie beim triple-negativen, frühen Mammakarzinom

HER2-positives, frühes Mammakarzinom [5][14][43]

Therapiesequenzen

Bei positiven Hormonrezeptoren sollte stets eine adjuvante endokrine Therapie erfolgen. Diese erfolgt nie parallel zu einer Chemotherapie; sie darf jedoch während einer Strahlentherapie gegeben werden!

Chemotherapieschemata beim HER2-positiven, frühen Mammakarzinom [42][43]

Adjuvante Therapie beim HER2-positiven, frühen Mammakarzinom

  • Ab pT2, pN0 sowie Hormonrezeptor-Positivität: Neratinib für 1 Jahr
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Strahlentherapie beim Mammakarzinomtoggle arrow icon

Allgemeines [5][61]

  • Ziele
    • Senkung des Lokalrezidivrisikos (effektivste Maßnahme!)
    • Risikoreduktion für Fernmetastasen und Senkung der krebsspezifischen Mortalität
  • Therapieregime [5]
    • Standard: Moderate Hypofraktionierung (ca. 40 Gy) in 15–16 Fraktionen über etwa 3 Wochen
    • Alternativ: Ultra-Hypofraktionierung (ca. 26 Gy) [14]
    • Moderne Therapieverfahren : Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) und Volumetric-Intensity-modulated-Arc-Therapie (VMAT)
    • Boost-Bestrahlung: Zusätzliche gezielte Dosisaufsättigung im ehemaligen Tumorbett (10–16 Gy)
  • Zeitpunkt

Strahlentherapie nach BET [5]

  • Indikation: Obligater Bestandteil der Therapie bei allen invasiven Mammakarzinomen
  • Standard
    • Radiatio der betroffenen Brust mittels moderater Hypofraktionierung (ca. 40 Gy in 15–16 Fraktionen über etwa 3 Wochen)
    • Teilbrustbestrahlung bei niedrigem Risiko möglich, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind: ≥50 Jahre, Tumor <3 cm, pN0, Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, G1/G2, R0, kein Anhalt für BRCA-Mutationen sowie nicht-lobuläre Tumorhistologie
  • Boost-Bestrahlung

Strahlentherapie nach Mastektomie (PMRT) [5] [61]

  • Indikation: Bei lokal fortgeschrittenen und/oder nodal-positiven Tumorerkrankungen
  • Standard: Moderate Hypofraktionierung (Gesamtdosis ca. 40 Gy in ca. 15–16 Fraktionen über ca. 3 Wochen), ggf. konventionelle Fraktionierung (Gesamtdosis ca. 50 Gy in ca. 25–28 Fraktionen über ca. 5–6 Wochen)
  • Boost-Bestrahlung: Nach Mastektomie nur bei R1/R2-Situation ohne Nachresektionsmöglichkeit

Bei niedrigem Risiko (pT1/pT2, max. 2 befallenen axillären Lymphknoten nach Axilladissektion und Hormonrezeptor-Positivität sowie HER2-Negativität) besteht keine Indikation zur Postmastektomiebestrahlung!

Bestrahlung der regionalen Lymphknoten [5][61]

Nach einer Axilladissektion sollte (ohne Hinweise auf ein Tumorresiduum) keine Bestrahlung der axillären Lymphabflusswege erfolgen!

Alternativen zur konventionellen perkutanen Strahlentherapie

  • Verfahren [5][61]
  • Indikation: Keine Standardtherapie; bei niedrigem Rezidivrisiko möglich (insb. bei Patientinnen >70 Jahre mit kleinem Mammakarzinom)

Radiotherapie bei primärer oder genereller Inoperabilität

  • Primäre Inoperabilität (lokal fortgeschrittener Tumor oder inflammatorisches Mammakarzinom): Neoadjuvante Systemtherapie mit anschließender Operation und postoperativer Bestrahlung
  • Generelle Inoperabilität bzw. Inoperabilität nach neoadjuvanter Systemtherapie: Auch präoperative oder alleinige Strahlentherapie möglich
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Supportive Therapiemaßnahmentoggle arrow icon

Knochengerichtete Therapie bei Mammakarzinom

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Komplikationentoggle arrow icon

Allgemeines

  • Komplikationen können durch die Erkrankung selbst, die lokale und die systemische Therapie entstehen
  • Sie betreffen körperliche, funktionelle und psychische Bereiche

Therapieassoziierte Komplikationen

Komplikationen nach operativer Therapie

Komplikationen nach Strahlentherapie

Komplikationen nach systemischer Therapie

Psychische und kognitive Komplikationen

Weitere Komplikationen

Rezidive bei Mammakarzinom [5]

Allgemeines

Therapie eines Rezidivs

Die Therapie eines Rezidivs beim Mammakarzinom ist sehr individuell und sollte auf Basis des aktuellen Rezeptorstatus, des klinischen Zustands, des zeitlichen Abstands zum Auftreten des Rezidivs sowie der vorherigen Therapie stets im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt werden. Primär steht der operative Ansatz mit dem Ziel einer R0-Resektion im Vordergrund. Im Anschluss sollte die Therapie durch eine zusätzliche Radio- und/oder systemische Therapie ergänzt werden.

Operative Therapie [5]

  • Indikationen
    • Lokales, intramammäres Rezidiv: Überwiegend initial kurativer Therapieansatz (bis zu 70% der Fälle)
      • Mastektomie bietet die größte Sicherheit
      • Unter bestimmten Bedingungen (bspw. DCIS) ist auch eine BET möglich
    • Lokalrezidiv nach Mastektomie: Komplette Resektion, falls möglich
    • Axilläres Lokalrezidiv: Wenn möglich operative Lymphknotenentfernung, ggf. mit anschließender Radiotherapie
    • Symptomatisches Lokalrezidiv: Lokale Therapie zur Symptomkontrolle (operativ oder Radiotherapie)

Systemische Therapie [5]

Strahlentherapie [5]

  • Empfohlene Indikationen
    • R1/2-Situation außerhalb des vorbestrahlten Bereichs
    • Brustwandrezidiv nach primärer Mastektomie ohne vorangegangene Bestrahlung und jetziger R0-Situation
    • Inoperabilität (ggf. in Kombination mit einer Chemotherapie) zur palliativen Symptomkontrolle
    • Fehlende vorangegangene Radiotherapie und jetzige R0-Situation

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Nachsorgetoggle arrow icon

Nachkontrollen [5][64]

Nach abgeschlossener Primärbehandlung sollten die Patientinnen mind. 5 Jahre lang weiter im Rahmen einer speziellen Nachsorge überwacht werden.

Untersuchung Nachsorgeintervall
1.–3.Jahr 4.–5. Jahr ab dem 6. Jahr
Anamnese
  • Alle 6 Monate
  • Jährlich
Körperliche Untersuchung
Ärztliche Betreuung und Beratung
Bildgebende Diagnostik: Mammografie und Mammasonografie
  • Jährlich
Ggf. symptom- bzw. verdachtsabhängige Zusatzdiagnostik (CT Thorax/ Abdomen, Knochenszintigrafie, PET-CT, MRT, Tumormarker)
  • Nur bei Auffälligkeiten indiziert; keine Standarddiagnostik
Transthorakale Echokardiografie (nach kardiotoxischer Therapie)
  • 6, 12 und 24 Monate nach Therapieabschluss einer kardiotoxischen Therapie
  • Danach alle 5 Jahre (lebenslang)

Zusätzlich sollte die Patientin zu regelmäßigen Selbstuntersuchungen beider Brüste bzw. der Thoraxwand angehalten und angeleitet werden.

Laborkontrollen [64]

Empfehlungen zum Lebensstil bei Mammakarzinom [5]

  • Normalisierung des Körpergewichts
  • Ausgewogene, gesunde Ernährung (bspw. mediterrane Ernährung)
    • Nächtliche Nahrungskarenz von >13 Stunden
    • Fettreduzierte Ernährung
  • Körperliche Aktivität
    • Mind. 150 min moderate Aktivität pro Woche verteilt auf mind. 2 Tage
    • Krafttraining, insb. unter Chemo- und endokriner Therapie sowie bei Lymphödem
  • Tabakabstinenz
  • Alkoholreduzierung
  • Stressmanagement
  • Diabetesprävention

Gynäkologische Probleme in der Nachsorge [65]

Bei starken Nebenwirkungen unter einer antihormonellen Therapie sollte eine Therapiepause einem Abbruch der Therapie stets vorgezogen werden!

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Prognosetoggle arrow icon

Die Prognose des Mammakarzinoms ist abhängig vom Tumorstadium bei Erstdiagnose und dem molekularen Subtyp (Hormonrezeptorstatus, HER2-Status und Proliferationsaktivität). In den letzten Jahren hat sich die Prognose aufgrund der eingeführten Früherkennungsverfahren und der besseren multimodalen Therapieoptionen in allen Stadien stark verbessert. Rezidive sind jedoch auch nach einer langen Latenzzeit noch möglich.

Prognosefaktoren des Mammakarzinoms [5][27][30]

Faktoren, die bereits zu Therapiebeginn bekannt sind und den individuellen Krankheitsverlauf sowie das Gesamtüberleben unabhängig von der Therapie beeinflussen. Dazu gehören

Prädiktive Faktoren

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Präventiontoggle arrow icon

Da das Alter einen der wichtigsten Risikofaktoren für ein Mammakarzinom darstellt, wird Frauen ein routinemäßiges Früherkennungsprogramm (insb. das Mammografie-Screening) empfohlen. Bei Männern ist das Mammakarzinom so selten, dass keine speziellen Früherkennungsmaßnahmen etabliert sind. Die Diagnostik erfolgt bei klinischer Symptomatik entsprechend der Empfehlungen für Frauen.

Reduktion von Risikofaktoren (Primärprävention)

  • Insb. Änderung von Lifestylefaktoren (bspw. Vermeidung von Übergewicht, gesunde Ernährung, körperliche Aktivität, Tabakabstinenz, Vermeidung von (insb. hohem) Alkoholkonsum)
  • Wenn möglich Reduktion hormoneller Risikofaktoren (bspw. keine postmenopausale Hormontherapie)

Chemoprävention (Primärprävention)

Früherkennungsmaßnahmen (Sekundärprävention)

Reduktion von Spätfolgen und Rezidivrisiko (Tertiärprävention)

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Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Morbus Paget der Mamille [67][68][69]

Chronische ekzematöse Veränderungen der Mamille sollten stets histologisch abgeklärt und im Rahmen der Mammadiagnostik mittels Mammografie sowie Mammasonografie untersucht werden!

Inflammatorisches Mammakarzinom [67][70][71]

  • Definition: Seltene und aggressive Sonderform des fortgeschrittenen invasiven Mammakarzinoms, bei der es zu einer Ausbreitung der Tumorzellen in kutane Lymphbahnen (Lymphangiosis carcinomatosa) kommt
  • Epidemiologie: Ca. 1–5% aller Mammakarzinome (in den USA)
  • Pathologie: Meist invasives Mammakarzinom ohne speziellen Typ (NST)
  • Symptomatik
    • Diffuse Rötung (Erythem) und Überwärmung der Brust (mind. ⅓ der Kutis betroffen)
    • Ödematöse Hautschwellung und Verdickung (Peau d'orange)
    • Schnelle Größenzunahme der Brust, ggf. Mamillenretraktion
    • Ggf. geschwollene axilläre und/oder (supra-/infra‑)klavikuläre Lymphknoten
    • Meist kein solider Tumor tastbar
  • Diagnostik
  • Therapie: Neoadjuvante Chemotherapie + radikale Mastektomie + postoperative Strahlentherapie der Thoraxwand inklusive Lymphabflusswege
  • Prognose: Schlecht
    • Späte Diagnosestellung aufgrund der unspezifischen Symptomatik, die häufig zur Verwechslung mit anderen Differenzialdiagnosen führt
    • Werden als pT4d-Tumoren klassifiziert
    • Schnelles Fortschreiten innerhalb von Wochen bis Monaten

Das inflammatorische Mammakarzinom wird der TNM-Klassifikation nach in das T4d-Stadium eingeteilt! Es beinhaltet den Nachweis eines invasiven Karzinoms in der Brust und klinische Inflammationszeichen (≥⅓ der Brust)!

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Das fernmetastasierte Mammakarzinomtoggle arrow icon

Metastasierung des Mammakarzinoms

Lymphogen

Hämatogen (M1)

Bei Lymphknotenbefall der Axilla sollte eine hämatogene Metastasierung durch ein Staging stets ausgeschlossen werden!

Symptome des metastasierten Mammakarzinoms

Metastasendiagnostik

Companion-Diagnostik bei metastasiertem Mammakarzinom [22]

In der metastasierten Situation ermöglicht es die Companion-Diagnostik (Mutationsdiagnostik), das aktuelle molekulare Tumorprofil und immunhistochemische Marker zu erfassen und so individuelle Therapien zielgerichtet auszuwählen. Tumoren können im Verlauf genetische Veränderungen entwickeln. Die Untersuchung dieser Alterationen erlaubt es, Therapien gezielt einzusetzen, die für das jeweilige Tumorprofil am wirksamsten und verträglichsten sind. Die Testungen erfolgen primär bei Diagnosestellung (TNBC), bei endokriner Resistenz oder im Verlauf bei einem Tumorprogress aus dem Primärtumor, Metastasen oder Plasma/Blut. Sie haben derzeit insb. bei Hormonrezeptor-positivem/HER2-negativem und triple-negativem Mammakarzinom eine Relevanz.

Companion-Diagnostik: Hormonrezeptor-positives/HER2-negatives Mammakarzinom [22]

Nachweis von Mutationen in verschiedenen Genen → Einsatz spezifischer Therapien

Companion-Diagnostik: Triple-negatives Mammakarzinom [5][22][50]

Nachweis von Mutationen in verschiedenen Genen → Einsatz spezifischer Therapien

Gerade in höheren Therapielinien kann im Rahmen eines molekularen Tumorboards nach weiterführender molekularer Diagnostik häufig eine individualisierte Therapieoption (meist off-label) erfolgen!

Systemtherapie des metastasierten Mammakarzinoms [5][78]

Allgemeine Informationen zur Therapie

  • Therapieansatz: I.d.R. palliativ
  • Therapieziel
    • Verlängerung des progressionsfreien Intervalls
    • Verlängerung des Gesamtüberlebens
    • Verbesserung der Lebensqualität durch Symptomkontrolle
  • Therapieprinzipien
    • Ansetzen an tumorspezifischen Targets (bspw. HER2-Status, ER-/PR-Status)
    • Anpassung der Therapie an den individuellen Remissionsdruck Berücksichtigung der Vortherapien, insb. endokrine Resistenz beim Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom
    • Therapie erfolgt bis zum Progress oder bis zum Auftreten von therapielimitierenden Nebenwirkungen
    • Regelmäßige bildgebende Kontrollen unter der Therapie empfohlen
  • Therapielinien: Reihenfolge der Behandlung bei metastasierter Erkrankung
    • Erste Therapielinie (Synonym: Erstlinientherapie) ist die erste Therapie nach Diagnose der metastasierten Erkrankung
    • Zweite Therapielinie (Synonym: Zweitlinientherapie) wird eingesetzt nach Progress unter der vorherigen Therapie oder bei inakzeptabler Toxizität der vorherigen Therapie
    • Dritte/Vierte etc. Therapielinie folgt dann entsprechend bei erneutem Progress oder Unverträglichkeit der Therapie

Hormonrezeptor-positives, HER2-negatives metastasiertes Mammakarzinom [5][14][50][78][79]

HER2-positives metastasiertes Mammakarzinom [5][14][50][80]

Triple-negatives metastasiertes Mammakarzinom [5][14][50][80]

Metastasentherapie [5]

Therapie von Knochenmetastasen bei Mammakarzinom [81]

Therapie von Hirnmetastasen bei Mammakarzinom

Therapie von Lungen- und Lebermetastasen bei Mammakarzinom

Therapie von Hautmetastasen bei Mammakarzinom [5][83]

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Das hereditäre Mammakarzinom (BRCA1/2-Mutation)toggle arrow icon

BRCA1/2-Mutation

Mittlerweile wurden etliche Gene identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für ein Mammakarzinom einhergehen (siehe auch: Übersicht brustkrebsassoziierter Gene). Bei den BRCA-Genen handelt es sich um die am besten belegten Risiko-Gene, die mit einer sehr hohen Lebenszeitprävalenz v.a. für Mamma- und Ovarialkarzinome (aber auch weitere Karzinome wie Pankreas- oder Prostatakarzinom) einhergehen. Mutationen im BRCA1- oder BRCA2-Gen folgen einem autosomal-dominanten Erbgang (mit verminderter Penetranz von 80%). Neben BRCA1/2 sind mittlerweile weitere Gene bekannt, deren Mutationen ebenfalls das Risiko für Mamma- und/oder Ovarialkarzinome (und teils auch andere Tumoren) erhöhen können . Je nach betroffenem Gen sowie individueller Familien- und Krankheitsanamnese ermöglichen humangenetische Beratung und Testung eine Einschätzung des Risikos und die Option gezielter präventiver Maßnahmen.

  • Mammakarzinom [5]
    • Anteil hereditärer Mammakarzinome: Ca. 5–10%
    • Lebenszeitrisiko: Ca. 70% (bzw. 25–40% für ein kontralaterales Mammakarzinom)
    • Erkrankungsalter: Im Schnitt 20 Jahre früher als Frauen ohne Mutation im BRCA1/2-Gen
    • Charakteristische Pathologie der BRCA-Karzinome: Häufig besonderer Phänotyp, bei dessen Vorliegen ein genetischer Hintergrund in Betracht gezogen werden sollte
  • Ovarialkarzinom: Ca. 17–45%iges Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken

Diagnostik: Einschlusskriterien für die Beratung [5]

Zu den Einschlusskriterien für das Mammakarzinom zählt auch das DCIS. Bei den Ovarialkarzinomen werden Borderline-Tumoren, primäre Tuben- und Peritonealkarzinome sowie seröse tubale intraepitheliale Karzinome (STIC) mitberücksichtigt.

  • Einschlusskriterien der genetischen Diagnostik bei Mamma- und Ovarialkarzinom (hohes Erkrankungsrisiko): In einer Linie der Familie mind. [5][39]
    • 3 Frauen mit Mammakarzinom
    • 2 Frauen mit Mammakarzinom, wobei mind. 1 Frau vor dem 51. Geburtstag erkrankt sein muss
    • 2 Frauen mit Ovarialkarzinom
    • 1 Frau mit Mamma- und Ovarialkarzinom
    • 1 Frau mit Mammakarzinom und 1 Frau mit Ovarialkarzinom
    • 1 Frau mit Mammakarzinom vor dem 36. Geburtstag
    • 1 Frau mit bilateralem Mammakarzinom vor dem 51. Geburtstag
    • 1 Mann mit Mammakarzinom
    • Bei Patient:innen mit triple-negativem Mammakarzinom vor dem 70. Geburtstag [39]
    • 1 Frau mit Ovarialkarzinom vor dem 80. Geburtstag [39]
    • Prädiktive (vorhersagende) Testung bei bekannter Mutation eines Risiko-Gens für Mamma- oder Ovarialkarzinome in der Familie
  • Bei Erfüllung eines Kriteriums (familiäres Mammakarzinom) → Anbindung an ein Zentrum für hereditären Brust- und Eierstockkrebs

Beratungsprinzipien [5]

  • Allgemein
    • Beratung vor genetischer Testung erfolgt bestenfalls in spezialisierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs
    • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Humangenetik, Gynäkologie, Onkologie, Psychoonkologie
    • Beratungsgrundlage: Gendiagnostikgesetz (GenDG) – Aufklärung, Einwilligung, Datenschutz
    • Beratung und Testung vorrangig an der Indexperson (erkrankte Person)
  • Inhalt der Beratung, u.a.
    • Erhebung der Familienanamnese (mind. 3 Generationen)
    • Einschätzung des individuellen Risikos (ggf. CanRisk-Berechnungen )
    • Überprüfen der Testkriterien: Insb. bei Testung gesunder Ratsuchender deutlich strenger als die zuvor genannten Beratungskriterien
    • Information zu Erkrankungsrisiken, genetischen Tests, Konsequenzen für die ratsuchende Person und deren Familie, Optionen der intensivierten Früherkennung und prophylaktischen Operationen sowie Therapiemöglichkeiten
    • Psychosoziale Begleitung
    • Bedenkzeit vor Testung, Recht auf Nicht-Wissen

Durchführung der genetischen Testung

  • Molekulargenetische Blutuntersuchung: Zunächst Durchführung bei Indexpatientin oder alternativ Testung gesunder Angehöriger nach Nachweis einer pathogenen Mutation in der Familie
    • Bei positivem Gentest: Intensiviertes Früherkennungsprogramm (IFNP) und ggf. weitere prophylaktische Maßnahmen
    • Bei negativem Gentest: Evaluation des persönlichen Risikos, ggf. dennoch intensivierte Früherkennungsmaßnahmen indiziert
    • Untersuchte Gene gemäß des TruRisk®-Panels: BRCA1, BRCA2, PALB2, CHEK2, ATM, TP53, RAD51C, RAD51D, BARD1, CDH1, PTEN
    • Ergebnisse: Einteilung von genetischen Varianten in 5 Klassen (analog ACMG/AMP-Klassifikation) [5]
      • Klasse 1: Benign – Normvariante ohne klinische Relevanz
      • Klasse 2: Likely benign – Vermutlich keine Krankheitsbedeutung
      • Klasse 3: Variant of uncertain Significance (VUS) – Variante unklarer klinischer Relevanz
      • Klasse 4: Likely pathogenic – Vermutlich krankheitsverursachend
      • Klasse 5: Pathogenic – Eindeutig krankheitsverursachend

Vor einer Maßnahme, wie etwa einer prophylaktischen Operation, sollte stets geprüft werden, ob es sich um eine krankheitsverursachende Mutation (Klasse 4/5) handelt. Bei gutartigen Mutationen (Klasse 1/2) oder einer Variante unklarer Signifikanz (VUS, Klasse 3) sollten keine klinischen Konsequenzen daraus gezogen werden!

Besonderheiten in der Prävention

Intensivierte Früherkennungsuntersuchungen (IFNP)

  • Indikationen
    • Nachweis einer pathogenen Mutation (Klasse 4/5) nach ACMG/AMP-Klassifikation
    • Erkrankungsalter <36 Jahre (aktuelles Alter <45 Jahre, Beginn der intensivierten Früherkennungsuntersuchungen frühestens nach 5 Jahren unauffälliger Nachsorge möglich)
    • Errechnetes 10-Jahres-Risiko von mind. 8% zwischen 40 und 50 Jahren
    • Z.n. Bestrahlung der Thoraxwand bei Morbus Hodgkin (bei Kindern ≥9 Jahre)
  • Untersuchungen: Klinische Untersuchung, Sonografie, Mammografie, Kontrastmittel-MRT der Mamma
  • Untersuchungsintervalle: Je nach Risikosituation, Alter und genetischem Befund
    • Mammografie alle 1–2 Jahre [84]
    • MRT der Brust jährlich
    • Ärztliche Tastuntersuchung und Sonografie der Brust alle 6 Monate (Hochrisiko) bzw. alle 12 Monate (moderates Risiko)
    • Regelmäßige Brustselbstuntersuchung
  • Beginn der Untersuchungen (je nach Mutation)
    • TP53: 20 Jahre
    • BRCA1, BRCA2: 25 Jahre
    • PALB2, ATM, BARD1, CDH1, CHEK2, PTEN, STK11, RAD51C und RAD51D: 30 Jahre
    • Oder stets nach einer Erkrankung bzw. 5 Jahre vor dem frühesten Auftreten von Brustkrebs in der Familie
  • Ende der Untersuchungen
    • Bei Nachweis einer Genmutation i.d.R. bis zum 70. Geburtstag
    • Bei kalkulatorisch erhöhtem Risiko oder Erkrankung vor dem 36. Geburtstag i.d.R. bis zum 50. Geburtstag
    • Bei Z.n. Strahlentherapie unter Einbezug des Brustareals im Kindes- und Jugendalter aufgrund eines Morbus Hodgkin i.d.R. bis zum 60. Geburtstag

Fallspezifisches Vorgehen [5]

Übersicht brustkrebsassoziierter Gene

Übersicht brustkrebsassoziierter Gene
Gen Lebenszeitrisiko Mammakarzinom Lebenszeitrisiko Ovarialkarzinom Andere assoziierte Tumoren RRBM RRCM RRSO Spezifische Therapiekonsequenzen bei Karzinom
BRCA1 Ca. 70% (1% bei ) Ca. 45% Pankreaskarzinom, Prostatakarzinom Option Option Ab 35 Jahre als Option, ab 40 Jahre oder 5 Jahre vor jüngstem OvCa-Erkrankungsalter in der Familie als Empfehlung PARP-Inhibitoren, platinhaltige Chemotherapie bevorzugen bei M1
BRCA2 Ca. 70% (8% bei ) Ca. 17% Pankreaskarzinom, Prostatakarzinom Option Option Ab 40 Jahre oder 5 Jahre vor jüngstem OvCa-Erkrankungsalter in der Familie PARP-Inhibitoren
PALB2 Ca. 50% Ca. 5% Pankreaskarzinom Einzelfallentscheidung Einzelfallentscheidung Einzelfallentscheidung Wirksamkeit von PARP-Inhibitoren wird diskutiert
CHEK2 20–30% Nicht erhöht Kolorektales Karzinom, Prostatakarzinom, papilläres Schilddrüsenkarzinom, Magenkarzinom, Sarkom, Nierenzellkarzinom Einzelfallentscheidung Option I.d.R. nein
ATM 20–30% Nicht erhöht Verdacht auf Assoziation zum Pankreaskarzinom Verdacht auf Assoziation zum Prostatakarzinom I.d.R. nein Nein Nein
RAD51C 20–30% 10% Unzureichende Daten Nein Nein Option bei Eintritt in die Menopause bzw. 5 Jahre vor jüngstem OvCa-Erkrankungsalter in der Familie
RAD51D 20–30% 10% Unzureichende Daten I.d.R. Nein Nein Option bei Eintritt in die Menopause bzw. 5 Jahre vor jüngstem OvCa-Erkrankungsalter in der Familie
BRIP1 <20% Ca. 6% Unzureichende Daten Nein Nein Option nach Menopause bzw. 5 Jahre vor jüngstem OvCa-Erkrankungsalter in der Familie
BARD1 20–30% Nicht erhöht Ewing-Sarkom, Osteosarkom, Neuroblastom I.d.R. Nein I.d.R. Nein I.d.R. Nein
TP53 Ca. 55% Nicht erhöht Osteosarkom, Hirntumoren, adenoidzystische Tumoren, Weichteilsarkome Einzelfallentscheidung Einzelfallentscheidung I.d.R. Nein
PTEN Bis 85% Nicht erhöht Schilddrüsenkarzinom, Nierenkarzinom, Endometriumkarzinom, kolorektales Karzinom, Melanom Einzelfallentscheidung Einzellfallentscheidung I.d.R. Nein
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Das Mammakarzinom des Mannestoggle arrow icon

  • Epidemiologie (Deutschland, Stand 2022): 0,5–1% aller diagnostizierten Mammakarzinome [5]
    • Inzidenz: 1 pro 100.000 Männer pro Jahr
    • Mittleres Erkrankungsalter: 71 Jahre
    • Lebenszeitrisiko: 0,1%
    • Relative 5-Jahres-Überlebensrate: 77%
    • Familiäre Belastung: Ca. 15-20% aller Männer mit einem Mammakarzinom
  • Risikofaktoren [5]
  • Pathologie
  • Diagnostik [5]
    • Erfolgt analog zur Diagnostik bei Frauen mittels Anamnese, klinischer Untersuchung, Mammografie und Sonografie
    • Es sollte allen Patienten eine genetische Beratung empfohlen werden
    • Ein Früherkennungsprogramm gibt es nicht, kann aber bei Risikopersonen im Einzelfall sinnvoll sein
  • Therapie: I.d.R. Mastektomie, ggf. BET möglich
  • Nachsorge: Analog zu den Empfehlungen für Frauen jährliche bildgebende Diagnostik aufgrund des höheren Risikos für ein kontralaterales Karzinom
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Mammakarzinom und Schwangerschafttoggle arrow icon

Mammakarzinom während der Schwangerschaft [5][65]

Schwangerschaft nach Mammakarzinom [5][65]

  • Unabhängig vom Hormonrezeptorstatus sollte nicht von einer Schwangerschaft nach Mammakarzinom abgeraten werden
  • GnRH-Analoga-Gabe vor und während der Chemotherapie kann zum Fertilitätserhalt beitragen
  • Im Falle einer Schwangerschaft vor Therapieende einer endokrinen Therapie sollte diese nach Schwangerschaft und Stillzeit fortgesetzt werden
  • Eine Unterbrechung der endokrinen Therapie bei Kinderwunsch ist frühestens nach 18 Monaten Vortherapie und für max. 2 Jahre möglich und bietet keinen Nachteil im Gesamtüberleben [65]

Jede Frau im gebärfähigen Alter sollte nach ihrem Kinderwunsch gefragt und ggf. einer Fertilitätsprotektion zugeführt werden!

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Das Mammakarzinom der älteren Patientintoggle arrow icon

  • Vorgehen [5][67]
    • Kein Abweichen von der Standardtherapie nur auf Basis des Alters
    • Lebenserwartung, biologisches Alter, individuelle Behandlungspräferenzen sowie eine Nutzen-Risiko-Abwägung sollten jedoch besonders berücksichtigt werden
    • Alter >75 Jahre: Geriatrisches Assessment und Erhebung des WHO Performance-Status (z.B. ECOG-Index, Karnofsky-Index) empfohlen [88]
  • Therapiemöglichkeiten
    • Operative Therapie
    • Radiatio
      • Individuelles Vorgehen
      • Verzicht möglich bei HR-positivem Karzinom, Alter ≥70 Jahre, pT1, R0, N0 und geplanter endokriner adjuvanter Therapie [89]
    • Endokrine Therapie
      • Bei HR-positiven Karzinomen empfohlen
      • Bei HR-positivem Karzinom und Gebrechlichkeit: Primäre alleinige endokrine Therapie möglich, ggf. unter Hinzunahme eines CDK-4/6-Inhibitors, wenn Operation nicht gewünscht oder nur unter erhöhtem Risiko möglich ist
    • Chemotherapie: Bei älteren Patientinnen (>70 Jahre) mit höherem Nebenwirkungsrisiko und Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden [5][88]
    • Antikörpertherapie
      • Analog zur jüngeren Patientin mit Trastuzumab und ggf. Pertuzumab empfohlen
      • Paclitaxel-Monotherapie in Kombination mit Trastuzumab kann erwogen werden (bei HER2-positiven Karzinomen)
      • Immuncheckpointinhibition sollte individuell abgewogen werden, derzeit noch wenig Datenlage
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AMBOSS-Pflegewissen: Mammakarzinomtoggle arrow icon

Beobachten/Überwachen

Sollten neue Veränderungen an der Brust auftreten, ist das ärztliche Personal zu informieren!

Bewegung/Mobilisation

  • Präoperativ: Mobilisation uneingeschränkt möglich, ggf. Unterstützung bei tumorbedingter Schwäche
  • 1. postoperativer Tag: Frühmobilisation
    • Unterstützt die Heilung
    • Ggf. durch Schmerzen und Drainage eingeschränkt
    • Arm auf der betroffenen Seite sollte wenig bis gar nicht bewegt werden
  • Postoperative Besonderheiten
    • Bei Mastektomie: Ggf. Haltungsänderungen mit muskulären Belastungen und Verspannung
    • Physiotherapie anstreben

Prophylaxen

Körperpflege/Kleidung

  • Präoperativ
    • Sanitätshaus kontaktieren: Anpassen eines Kompressions-BHs
    • Ggf. Brustepithese auswählen
    • Ggf. Rasur im OP-Gebiet
  • Postoperativ
    • OP-Wunde mit wasserdichtem Pflaster abdecken
    • Unterstützung bei der Haarwäsche
    • Zu weiter Kleidung raten, die man vorn öffnen kann, bspw. Blusen
    • Erster Verbandswechsel: Größeres Zeitfenster einplanen
    • 2–6 Wochen Kompressions-BH oder -bandage tragen
    • Entfernung der Fäden nach ärztlicher Anordnung
  • Nach Strahlentherapie
    • Handwarmes (ca. 35 °C), klares Wasser verwenden
    • Parfümfreie, pH-neutrale Seifen benutzen
    • Harnstoffhaltige Salben verwenden
    • Betroffene Stelle abtupfen, nicht reiben
    • Verzicht auf Parfüms und Deos
    • Keine starke Sonneneinstrahlung, Hitze oder Kälte
    • Nicht baden, schwimmen oder in die Sauna gehen
    • Bei Hautreizungen, nässenden Stellen, Verletzungen: Rücksprache mit dem ärztlichen Personal
  • Bei Chemotherapie: Analog zur Körperpflege nach Strahlentherapie, zusätzlich
    • Schutz der Kopfhaut und vor Haarausfall: Weiche Bürsten, feuchtigkeitsspendende Shampoos
    • Nägel nicht zu kurz schneiden, Verletzung der Nagelhaut vermeiden

Ernährung

  • Allgemeine Maßnahmen
    • Ausgewogene Nährstoffzufuhr
    • Postoperative Infusionstherapie nach ärztlicher Anordnung
    • Bei Chemotherapie (insb. bei Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit)
      • Nüchtern bleiben ist nicht zielführend
      • Orale Zytostatika nur auf vollen Magen einnehmen
      • Lutschen von Ingwerbonbons oder Eiswürfeln
      • Pfefferminz-Melisse-Tee trinken
  • Bevorzugte Lebensmittel je nach Symptomatik
    • Diarrhö: Bspw. frisch geriebener Apfel, Möhrenpüree, Haferflocken
    • Obstipation: Bspw. Quark, Käse, Sauerkrautsaft
    • Appetitlosigkeit: Bspw. klare Brühe, Ingwer, frisches Obst
    • Übelkeit: Bspw. Teesorten wie Pfefferminz und Kamille, Zwieback, Salzgebäck
    • Müdigkeit: Bspw. Zitrusfrüchte, Avocado, Ingwer

Spezielle Kommunikation und Beratung

  • Allgemein
    • Vertrauensvolle Umgebung schaffen
    • Empfehlung, bei Strahlen- und Chemotherapie auf Rauchen und Alkohol zu verzichten
    • Psychosoziale Unterstützung
  • Wundmanagement (insb. beim ersten Verbandswechsel)
    • Stressfreie Umgebung schaffen, Raum geben für verschiedene Gefühle
    • Auf Wunsch Angehörige, Partner:in, Freund:innen integrieren
    • Individuell auf die Bedürfnisse der Patient:innen eingehen
  • Rehabilitation und Nachsorge
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AMBOSS-Pflegewissen: Lymphödem und Lymphödemprophylaxetoggle arrow icon

Die Aufgabe der Pflegefachperson ist es, ein Lymphödem durch geeignete Prophylaxe und adäquate Beratung der Patient:innen zu verhindern. Bei Auftreten eines Lymphödems steht als konservative Therapie die komplexe physikalische Entstauungstherapie im Vordergrund.

Beobachten/Überwachen

  • Basismonitoring: Keine Blutdruckmessung an der betroffenen Seite
  • Arm-/Beinumfang: Regelmäßig messen
  • Haut
    • Gerötet, blass, trocken, rissig, gespannt
    • Ggf. Verletzungen
  • Sensorik: Ggf. Sensibilitätsverlust in Fingern oder Zehen

Alle Maßnahmen gelten für die betroffene bzw. operierte Seite, wenn Lymphknoten entfernt wurden und der Lymphabfluss gestört sein könnte!

Man unterscheidet zwischen einem Lymphödem und einem Ödem! Bei einem Lymphödem besteht i.d.R. keine Flüssigkeitsrestriktion!

An den betroffenen Extremitäten dürfen weder Injektionen erfolgen noch intravenöse oder intraarterielle Zugänge gelegt werden!

Mobilisation/Bewegung

  • Positionierung: Betroffene Extremität erhöht positionieren
  • Mobilisation: Lymphabfluss wird durch Bewegung angeregt
    • Langes Stehen oder Sitzen vermeiden
    • Übungen/Sportarten , die die Muskel-Venen-Pumpe aktivieren: Ggf. Physiotherapeut:innen einbinden
      • Bei Beinlymphödemen: Bspw. langsam laufen, Fußgelenke heben oder Füße kreisen in Rückenlage, Beinheben in Seitenlage
      • Bei Armlymphödemen: Bspw. Faust ballen und öffnen, Arm beugen und strecken, Schulterkreisen mit gestrecktem Arm
      • Bei akuten Entzündungen: Ggf. Bettruhe (nach ärztlicher Anordnung)
  • Kompressionstherapie: Insb. bei Mobilisation bzw. Aktivitäten
  • Zu vermeiden, insb. an betroffenen Extremitäten
    • Schweres Tragen
    • Überbelastungen
    • Gleichartige oder abrupte Bewegungen
    • Verletzungen

Lieber liegen und laufen als sitzen und stehen!

Körperpflege und Kleidung

  • Körperpflege
    • Tägliche Reinigung der Stelle mit Seife (ohne synthetische Detergenzien)
    • Hautpflege an den individuellen Hautzustand anpassen und immer nach ärztlicher Anordnung
    • Parfümfreie Produkte nutzen
    • Ggf. Fußpflege durch Podolog:innen
    • Vorsichtiges Abtrocknen
    • Desinfektionsmittel für kleine Verletzungen bereithalten
    • Heiße Bäder vermeiden
    • Vorsichtige Haarentfernung
    • Kaltes Abduschen der Beine oder Wassertreten
  • Kleidung
    • Einschnürende Kleidung vermeiden
    • Schmuck an betroffenen Körperstellen entfernen oder lockern
    • Atmungsaktive Kleidung mit hohem Baumwollanteil nutzen

Ernährung

  • Keine spezifische Diät, aber möglichst
    • Salzarm
    • Ausgewogen
    • Wenig Fettanteil
  • Adipositas vermeiden
  • Ausreichend trinken (2–3 L/Tag)

Die Reduktion von Übergewicht ist für die Lymphödem-Prophylaxe essenziell!

Beratung

  • Bspw. zu
    • Ernährungsanpassung: Ggf. Vermittlung an Ernährungsberatung, Maßnahmen zur Gewichtsreduktion
    • Allgemeinen Verhaltensregeln: Bspw. starke UV-Strahlung, Hitze und Kälte vermeiden
    • Kompressionstherapien: Ggf. Vermittlung an Sanitätshäuser, Umgang mit Kompressionsware
    • Sportlichen Aktivitäten: Geeignete Bewegungsmöglichkeiten
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DMP Mammakarzinomtoggle arrow icon

Für allgemeine Informationen zu DMP siehe auch: Disease-Management-Programme

Voraussetzungen [90]

  • Histologische Sicherung eines Mammakarzinoms oder lokoregionären Rezidivs (Teilnahme über 10 Jahre bei Rezidivfreiheit )
  • Fernmetastasierung eines Mammakarzinoms (dauerhafte Teilnahme)

Aktuelle Anamnese und Diagnostik [90]

Behandlungsplanung [90]

Erstdokumentation

Mammakarzinom – Erstdokumentation [90]
Lfd. Nr. Dokumentationsparameter Ausprägung
1 DMP-Fallnummer Nummer
2 Name der/des Versicherten Nachname, Vorname
3 Geburtsdatum der/des Versicherten Geburtsdatum
4 Kostenträgername Name der Krankenkasse
5 Kostenträgerkennung 9- bzw. 7-stellige Nummer
6 Versicherten-Nummer Nummer (bis zu 12 Stellen, alphanumerisch)
7a Vertragsarzt-Nummer 9-stellige Nummer
7b Betriebsstätten-Nummer 9-stellige Nummer
8 Krankenhaus-Institutionskennzeichen IK-Nummer
9 Datum Datum
Einschreibung (mind. 1 der Zeilen 10–13 muss ausgefüllt sein)
10 Primärtumor (Datum der histologischen Sicherung) Datum
11 Kontralaterales Mammakarzinom (Datum der histologischen Sicherung) Datum
12 Lokoregionäres Rezidiv (Datum der histologischen Sicherung) Datum
13 Fernmetastasen (Datum der histologischen Sicherung) Datum
Nur bei Primärtumor oder kontralateralem Mammakarzinom: Zeile 14–23
Anamnese und Behandlungsstatus
14 Operative Therapie BET / Mastektomie / Sentinellymphonodektomie / Axilläre LNE / Anderes Vorgehen / OP geplant / OP nicht geplant (Mehrfachnennung möglich)
Aktueller Befundstatus
15 TNM-Klassifizierung p → pathologisch (postoperativ) / c → klinisch / yp → pathologisch nach neoadjuvanter Therapie (postoperativ)
16 T X / Tis (nur DCIS) / 0 / 1 / 2 / 3 / 4
17 N X/0/1/2/3
18 M 0/1
19 Hormonrezeptorstatus Positiv/Negativ/Unbekannt
Behandlung
20 Aktuelle adjuvante endokrine Therapie Aromataseinhibitoren / Tamoxifen / Andere / Keine / Endokrine Therapie geplant
21 Nebenwirkungen der aktuellen adjuvanten endokrinen Therapie Nein / Nicht belastend / Mäßig belastend / Stark belastend / Nicht erfragt
22 Fortführung der adjuvanten endokrinen Therapie Vor dem abgeschlossenen 5. Jahr abgebrochen / Regulär nach 5 Jahren abgeschlossen / Aktuell andauernd, seit weniger als 5 Jahren / Aktuell andauernd, Fortführung über 5 Jahre hinaus / Keine endokrine Therapie durchgeführt
23 Bei Patientinnen unter adjuvanter Therapie mit Aromataseinhibitoren, sofern die Absicht für eine spezifische medikamentöse Therapie einer Osteoporose besteht: DXA-Befund (bei Einnahme von Aromataseinhibitoren) Auffällig/Unauffällig/Unbekannt
Nur bei Fernmetastasierung: Zeile 24–25
Befunde und Behandlung von Fernmetastasen
24 Lokalisation von Fernmetastasen Knochen/Viszeral/ZNS/Andere (Mehrfachnennung möglich)
25 Therapie bei Knochenmetastasen Bisphosphonate: Ja/Nein/Kontraindikationen; Denosumab: Ja/Nein/Kontraindikationen
Sonstige Befunde
26 Symptomatisches Lymphödem Ja, Kompressionsarmstrumpftherapie erforderlich / Ja, keine Kompressionsarmstrumpftherapie erforderlich / Nein
27 Empfehlung zu regelmäßigem körperlichen Training abgegeben Ja/Nein
28 Z.n. besonders kardiotoxischer Tumortherapie Anthrazykline (Doxorubicin, Epirubicin) / Anti-HER2-Substanzen / Linksthorakale Bestrahlung / Unbekannt / Nein
29 Körpergröße m
30 Körpergewicht kg
Behandlungsplanung
31 Dokumentationsintervall Halbjährlich oder häufiger / Jährlich

Folgedokumentation

Mammakarzinom - Folgedokumentation [90]
Lfd. Nr. Dokumentationsparameter Ausprägung
1 DMP-Fallnummer Nummer
2 Name der/des Versicherten Nachname, Vorname
3 Geburtsdatum der/des Versicherten Geburtsdatum
4 Kostenträgername Name der Krankenkasse
5 Kostenträgerkennung 9- bzw. 7-stellige Nummer
6 Versicherten-Nummer Nummer (bis zu 12 Stellen, alphanumerisch)
7a Vertragsarzt-Nummer 9-stellige Nummer
7b Betriebsstätten-Nummer 9-stellige Nummer
8 Krankenhaus-Institutionskennzeichen IK-Nummer
9 Datum Datum
10 Einschreibung erfolgte wegen Primärtumors / Kontralateralen Mammakarzinoms / Lokoregionären Rezidivs / Fernmetastasen
Behandlungsstatus nach operativer Therapie des Primärtumors oder des kontralateralen Mammakarzinoms (adjuvante Therapie)
11 Aktuelle adjuvante endokrine Therapie Aromataseinhibitor / Tamoxifen / Andere / Keine / Endokrine Therapie geplant
12 Nebenwirkungen der aktuellen adjuvanten endokrinen Therapie Nein / Nicht belastend / Mäßig belastend / Stark belastend / Nicht erfragt
13 Fortführung der adjuvanten endokrinen Therapie seit der letzten Dokumentation Vor dem abgeschlossenen 5. Jahr abgebrochen / Regulär nach 5 Jahren abgeschlossen / Aktuell andauernd, seit weniger als 5 Jahren / Aktuell andauernd, Fortführung über 5 Jahre hinaus / Keine endokrine Therapie durchgeführt
14 Bei Patientinnen unter adjuvanter Therapie mit Aromataseinhibitoren, sofern die Absicht für eine spezifische medikamentöse Therapie einer Osteoporose besteht: DXA-Befund (bei Einnahme von Aromataseinhibitoren) Auffällig/Unauffällig/Unbekannt
Seit der letzten Dokumentation neu aufgetretene Ereignisse
15 Lokoregionäres Rezidiv Datum
16 Kontralaterales Mammakarzinom Datum
17 Lokalisation von Fernmetastasen Datum (Knochen/Viszeral/ZNS/Andere/Nein (Mehrfachnennung möglich))
18 Bioptische Sicherung der viszeralen Metastasen Ja/Nein/Geplant
19 Symptomatisches Lymphödem Ja, Kompressionsarmstrumpftherapie erforderlich / Ja, keine Kompressionsarmstrumpftherapie erforderlich / Nein
Sonstige Befunde
20 Empfehlung zu regelmäßigem körperlichen Training abgegeben Ja/Nein
21 Z.n. besonders kardiotoxischer Tumortherapie Anthrazykline (Doxorubicin, Epirubicin) / Anti-HER2-Substanzen / Linksthorakale Bestrahlung / Unbekannt / Nein
22 Körpergröße m
23 Körpergewicht kg
Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung (lokoregionäres Rezidiv / Fernmetastasen)
24 Therapie bei Knochenmetastasen Bisphosphonate: Ja/Nein/Kontraindikation; Denosumab: Ja/Nein/Kontraindikation
Behandlungsplanung
25 Dokumentationsintervall Halbjährlich oder häufiger / Jährlich
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Patienteninformationentoggle arrow icon

  • Gesundheitsinformation.de
    • Brustkrebs
    • Metastasierter Brustkrebs
    • Lymphödem bei Brustkrebs
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Meditrickstoggle arrow icon

In Kooperation mit Meditricks bieten wir durchdachte Merkhilfen an, mit denen du dir relevante Fakten optimal einprägen kannst. Dabei handelt es sich um animierte Videos und Erkundungsbilder, die auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend sind. Die Inhalte liegen meist in Lang- und Kurzfassung vor, enthalten Basis- sowie Expertenwissen und teilweise auch ein Quiz sowie eine Kurzwiederholung. Eine Übersicht aller Inhalte findest du im Kapitel „Meditricks“. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – für genauere Informationen empfehlen wir einen Besuch im Shop.

Mammakarzinom

Mammakarzinom – Teil 1

Mammakarzinom – Teil 2

Tamoxifen

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

C50.-: Bösartige Neubildung der Brustdrüse [Mamma]

D05.-: Carcinoma in situ der Brustdrüse [Mamma]

N63: Nicht näher bezeichnete Knoten in der Mamma [Brustdrüse]

  • Inklusive: Einer oder mehrere Knoten o.n.A. in der Mamma

N64.-: Sonstige Krankheiten der Mamma [Brustdrüse]

R92: Abnorme Befunde bei der bildgebenden Diagnostik der Mamma [Brustdrüse]

T85.-:Komplikationen durch sonstige interne Prothesen, Implantate oder Transplantate

  • Exklusive: Versagen und Abstoßung von transplantierten Organen und Geweben (T86.‑)
  • T85.7-: Infektion und entzündliche Reaktion durch sonstige interne Prothesen, Implantate oder Transplantate
    • T85.71: Infektion und entzündliche Reaktion durch Katheter zur Peritonealdialyse
    • T85.72: Infektion und entzündliche Reaktion durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate im Nervensystem
    • T85.73: Infektion und entzündliche Reaktion durch Mammaprothese oder -implantat
      • Exklusive: Kapselfibrose der Mamma durch Mammaprothese oder -implantat (T85.82)
    • T85.78: Infektion und entzündliche Reaktion durch sonstige interne Prothesen, Implantate oder Transplantate
  • T85.8-: Sonstige Komplikationen durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate, anderenorts nicht klassifiziert (Unter T82.8 aufgeführte Zustände durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate, anderenorts nicht klassifiziert)
    • T85.81: Sonstige Komplikationen durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate im Nervensystem
    • T85.82: Kapselfibrose der Mamma durch Mammaprothese oder -implantat
    • T85.83: Sonstige Komplikationen durch Mammaprothese oder -implantat
    • T85.88: Sonstige Komplikationen durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate, anderenorts nicht klassifiziert

Z12.-: Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen

  • Z12.3: Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildung der Mamma [Brustdrüse]
    • Exklusive: Routinemäßiges Mammogramm (Z01.6)

Z40.-: Prophylaktische Operation

  • Z40.0-: Prophylaktische Operation wegen Risikofaktoren in Verbindung mit bösartigen Neubildungen (Aufnahme wegen prophylaktischer Organentfernung)
    • Z40.00: Prophylaktische Operation an der Brustdrüse [Mamma]
    • Z40.01: Prophylaktische Operation am Ovar
    • Z40.08: Prophylaktische Operation an sonstigen Organen

Z42.-: Nachbehandlung unter Anwendung plastischer Chirurgie

  • Inklusive: Narbengewebeplastik, Plastische und rekonstruktive Chirurgie nach abgeheilter Verletzung oder Operation
  • Exklusive: Plastische Chirurgie: Aus kosmetischen Gründen (Z41.1), Behandlung einer frischen Verletzung - Verschlüsselung der Verletzung - siehe: Alphabetisches Verzeichnis
  • Z42.1: Nachbehandlung unter Anwendung plastischer Chirurgie der Mamma [Brustdrüse]

Z44.-: Versorgen mit und Anpassen einer Ektoprothese

  • Exklusive: Vorhandensein einer Prothese (Z97.‑)
  • Z44.3: Versorgen mit und Anpassen einer extrakorporalen Mammaprothese

Z80.-:Bösartige Neubildung in der Familienanamnese

Z85.-: Bösartige Neubildung in der Eigenanamnese

  • Exklusive: Medizinische Nachbetreuung und Rekonvaleszenz (Z42–Z51, Z54.‑), Nachuntersuchung nach Behandlung wegen bösartiger Neubildung (Z08.‑)
  • Z85.3: Bösartige Neubildung der Brustdrüse [Mamma] in der Eigenanamnese (Zustände, klassifizierbar unter C50.‑)

Z90.-: Verlust von Organen, anderenorts nicht klassifiziert

  • Inklusive: Postoperativer oder posttraumatischer Verlust eines Körperteils, anderenorts nicht klassifiziert
  • Exklusive: Angeborenes Fehlen von Organen - siehe: Alphabetisches Verzeichnis
  • Z90.1: Verlust der Mamma(e) [Brustdrüse]

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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