Zusammenfassung
COVID-19 ist eine akute, infektiöse Lungenerkrankung, die durch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird. Die Erkrankung wurde erstmals im Dezember 2019 in Wuhan/China beschrieben und löste anschließend eine globale Pandemie mit vielen Todesfällen und großen sozioökonomischen Konsequenzen aus.
Die Infektion wird meist aerogen oder über Tröpfchen übertragen und hat – je nach Virusvariante – eine Inkubationszeit von ca. wenigen Tagen bis zu 2 Wochen. Sie kann asymptomatisch verlaufen oder COVID-19 verursachen, das mit Fieber, Hals- und Kopfschmerzen einhergehen, aber auch selten zu einer schweren interstitiellen Pneumonie sowie akuten (z.B. ARDS, thromboembolischen Ereignissen) und postinfektiösen Komplikationen (z.B. Long-COVID-Syndrom) führen kann. Diagnostisch kann die akute Infektion mit Antigentests und/oder einer PCR nachgewiesen werden.
Therapeutisch werden in der frühen Erkrankungsphase bei hohem Risiko für einen schweren Verlauf virostatische Medikamente (Nirmatrelvir/Ritonavir oder Remdesivir) eingesetzt. Bei schwerem Verlauf mit COVID-19-Pneumonie und Sauerstoffbedarf wird u.a. immunmodulatorisch mit hochdosiertem Dexamethason und Tocilizumab therapiert.
Präventiv steht die Impfung gegen COVID-19 im Vordergrund. Für Personen mit Immunsuppression wird in der Frühphase eine antivirale Kombinationstherapie mit virostatischen Medikamenten und passiver Immunisierung empfohlen.
Siehe auch:
- COVID-19 im Kindes- und Jugendalter
- Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS)
- COVID-19-Impfstoffe
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Epidemiologie
- Inzidenz: Insg. stark rückläufig
- >80 Jahre : 785/100.000 Einwohner
- 60–79 Jahre : 234/100.000 Einwohner
- Hospitalisierungsrate: 38%
- Fallsterblichkeit: 1,9%
- Ausbrüche: Vorwiegend in Gesundheitseinrichtungen
- Altersabhängiges Risiko: >60 Jahren stetig steigendes Risiko für schweren Verlauf
Ab einem Alter von 60 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Verlauf stetig an!
Historischer Abriss
- Erstbeschreibung: Dezember 2019 in China (Provinz Wuhan)
- Globale Pandemie: März 2020 bis Mai 2023 [3]
- Fallsterblichkeit: Hohe Altersabhängigkeit
- Wildtyp: Insgesamt ca. 3%
- <60 Jahre: Ca. 0,15%
- >60 Jahre: Ca. 12%
- Omikron-Variante: Insg. ca. 0,1%
- Wildtyp: Insgesamt ca. 3%
- Basisreproduktionszahl R0 von ca. 2–3,3 [4][5][6][7]
- „Nowcasting“-Ansatz: Schätzung der Entwicklung von R durch das RKI anhand der Meldezahlen
- Impfstoffe: Ende 2020 verfügbar
- Grundimmunisierung: ¾ der Bevölkerung grundimmunisiert bis Anfang 2022
- Pandemie-bedingte Todesfälle: Ca. 161.500 in Deutschland
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.
Erreger
Severe acute respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2)
Allgemeines [8]
- RNA-Virus aus der Familie der Coronaviren [9][10][11]
- Subfamilie: Orthocoronavirinae
- Gattung: Betacoronavirus
- Untergattung: Sarbecovirus
- Spezies: Severe acute respiratory Syndrome Coronavirus
- Größe: Durchmesser ca. 80–140 nm
Aufbau [8][12]
- Von Lipidmembran umhülltes, helikales Nukleokapsid
- Einzelsträngiges („single stranded“ = „ss“) RNA-Genom mit positiver Polarität (+)
- Membranständige Strukturproteine
-
S-Protein (Spike-Protein): Dient der Bindung an die Wirtszelle
- Induziert neutralisierende Antikörper
- S2-Untereinheit: Vermittelt die Fusion der Virushülle mit der Wirtszellmembran
- S1-Untereinheit: Enthält die Receptor-binding Domain (RBD) zur Bindung an den Wirtszellrezeptor
- E-Protein (Envelope-Protein): Essenziell für den Zusammenbau viraler Partikel
- M-Protein (Matrix-Protein): Dient der Strukturgebung und spielt eine Rolle beim Zusammenbau viraler Partikel
- HE-Protein (Hämagglutinin-Esterase-Protein): Bei SARS-CoV-2 im Vergleich zu anderen Coronaviren vermutlich nicht vorhanden [13]
-
S-Protein (Spike-Protein): Dient der Bindung an die Wirtszelle
- Nicht-membranständiges Strukturprotein
- N-Protein (Nukleokapsid-Protein): Bildet zusammen mit dem Genom das Nukleokapsid
SARS-CoV-2 ist wie alle Coronaviren ein behülltes RNA-Virus!
Lebenszyklus [4][14][15][16]
- Invasion der Wirtszelle durch Endozytose oder Membranfusion, geschieht mithilfe von ACE2 und TMPRSS2
- Adsorption
- ACE2 dient als Rezeptor für das Andocken von SARS-CoV-2 (bei Menschen und Tieren)
- SARS-CoV-2 bindet an ACE2 mithilfe seines Spike-Proteins
- Penetration
- Bei der Membranfusion: TMPRSS2 vermittelt sog. S-Protein-Priming → Verschmelzen der viralen Membran mit der Zellmembran des Wirts mithilfe des Spike-Proteins → Aufnahme des Virus in die Zelle
- Bei der rezeptorvermittelten Endozytose: Clathrin-abhängige oder -unabhängige Aufnahme des Virus in die Zelle → Verschmelzen der Membranen (u.a. mithilfe von Cathepsin L)
- Adsorption
- Vermehrungszyklus
- Uncoating: Freisetzung der Nukleinsäure aus dem Endosom ins Zytoplasma
- Translation (virale Genexpression)
- Genomische mRNA wird an freien Ribosomen in virale Proteine übersetzt
- U.a. entsteht eine RNA-abhängige RNA-Polymerase
- Replikation und Transkription: Replikase-Transkriptase-Komplex vermehrt Nukleinsäure/Virusproteine und bildet mRNA → Entstehung von Virusbestandteilen
- Assembly: Zusammenbau der einzelnen Viruskomponenten
- Exozytose: Freisetzung neu gebildeter Viren, die anschließend weitere Zellen infizieren
SARS-CoV-2-Varianten[8][17][18]
- Definition: Im Rahmen der pandemischen Ausbreitung entstehende Mutationen bzw. Kombinationen von Mutationen mit stammbaumähnlicher Ausbildung von sog. Viruslinien
- Allgemeine Risiken neuer Varianten
- Erhöhte Letalität
- Erhöhte Übertragungsfähigkeit
- Verminderte Immunität nach Impfung oder Infektion (sog. Immunevasionsvarianten)
- Verminderte Wirksamkeit monoklonaler Antikörper
- Einteilung
- Variante unter Beobachtung (Variant of Interest, VOI): SARS-CoV-2-Variante mit genetischen Veränderungen, die sich vermutlich oder nachweislich auf virale Eigenschaften auswirken und Fälle oder Fallcluster in mehreren Ländern verursachen
- Besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC): SARS-CoV-2-Variante mit genetischen Veränderungen, die sich vermutlich oder nachweislich auf virale Eigenschaften auswirken und von globaler Bedeutung sind
- Alpha (α, B.1.1.7; 501Y.V1)
- Beta (β, B.1.351; 501Y.V2)
- Gamma (γ, B.1.1.28 P.1; 501Y.V3)
- Delta (δ+κ, B.1.617.2)
- Omikron (o, B.1.1.529) (dominierend seit Frühjahr 2022)
- Stetige Entwicklung neuer Sublinien (d.h. Omikronvarianten)
- Geringere Virulenz
- Replikation eher im oberen Respirationstrakt → Seltener Infektionen der unteren Atemwege
- Verkürzte mediane Inkubationszeit (ca. 3 Tage)
- Erhöhte Übertragungsfähigkeit
- Geringere Immunität nach Impfung oder Infektion (sog. Immunevasionsvariante) → Häufiger Durchbruchsinfektionen und Reinfektionen
- Abgeschwächte Wirksamkeit neutralisierender monoklonaler Antikörper (mAK)
- Stetige Entwicklung neuer Sublinien (d.h. Omikronvarianten)
Virusvarianten entstehen durch Mutationen, die zu veränderten viralen Eigenschaften führen können!
Übertragung
Transmissionswege
- Horizontal
- Hauptweg: Tröpfcheninfektion und aerogene Übertragung durch Freisetzung infektiöser respiratorischer Partikel
- Im Alltag bspw. beim Atmen, Sprechen, Singen, Husten, Niesen
- Im medizinischen Kontext bspw. bei endotrachealer Intubation, nicht-invasiver Beatmung, Bronchoskopie, Absaugung der Atemwege
- Wahrscheinlichkeit einer Exposition im Umkreis von ca. 1–2 m erhöht
- Weitere direkte Kontaktübertragung und indirekte Kontaktübertragung durch Freisetzung infektiöser respiratorischer Partikel, fraglich über Stuhl
- Hauptweg: Tröpfcheninfektion und aerogene Übertragung durch Freisetzung infektiöser respiratorischer Partikel
- Vertikal siehe auch: COVID-19 in der Schwangerschaft
- Pränatal (diaplazentar) oder während der Geburt möglich
- Vermutlich nicht postnatal über Muttermilch
SARS-CoV-2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen und Aerosole aus respiratorischem Sekret übertragen!
Überträger
- Hauptübertragung: Mensch-zu-Mensch
- Weitere: Tier-zu-Mensch [19][20][21][22]
Infektiosität
- Beginn: Variabel , oft vor dem Auftreten der ersten Symptome
- Maximum: Ca. 1–2 Tage um den Symptombeginn
- Dauer: Abhängig vom Verlauf
- Milde oder moderate Erkrankung: Ca. 10 Tage nach Symptombeginn
- Schwere Erkrankung oder Immunsuppression: >10 Tage nach Symptombeginn
- Geringer bei
- Kindern
- Asymptomatischem Verlauf
- Geimpften Infizierten
Pathophysiologie
Schädigungsmechanismen [8][23]
- Direkte Zellschädigung durch Virusreplikation und -freisetzung
- Bevorzugt in Zellen, die ACE2 und TMPRSS2 exprimieren (sog. Organtropismus)
- Alveolarepithel → COVID-19-Pneumonie
- Gefäßendothel → Dysregulation des RAAS (Downregulation von ACE2, Akkumulation von Angiotensin II), Vaskulitis der kleinen Gefäße, Gerinnungsstörung und thromboembolische Komplikationen
- Epithel der Nieren, Enterozyten, Hepatozyten, Myokardzellen, Zellen des ZNS
- Bevorzugt in Zellen, die ACE2 und TMPRSS2 exprimieren (sog. Organtropismus)
- Indirekte Effekte durch Immundysregulation und überschießende systemische Immunreaktion (Hyperinflammation)
- Freisetzung von Zytokinen und Chemokinen → Chemotaxis und Aktivierung von Monozyten, Makrophagen und T-Zellen → Verstärkung der Entzündungsreaktion
- Ggf. überschießende Freisetzung von Zytokinen (bspw. IL-6) → Fulminante Entzündungsreaktion (sog. Zytokinsturm) und Veränderungen im Gerinnungssystem
Immunantwort [23]
- Angeborenes Immunsystem: Interferone, Makrophagen, dendritische Zellen, Granulozyten, natürliche Killerzellen
- Erworbenes Immunsystem: Virusspezifische B- und T-Zell-Antwort [24]
- Antikörperantwort
- Spezifische neutralisierende Antikörper gegen Strukturproteine von SARS-CoV-2 (Anti-Spike-Protein-Antikörper und Anti-Nukleokapsid-Antikörper)
- Ggf. Kreuzreaktion gegen andere saisonale Coronaviren (insb. bei Kindern) [25]
- Dauer unklar, Nachweis für mind. 14 Monate [26][27][28]
- Zelluläre Immunität
- Zytotoxische T-Zellen (CD8+), T-Helferzellen (CD4+), und B-Gedächtniszellen
- Dauer unklar, Nachweis für mind. 9 Monate [29][30]
- Antikörperantwort
- Pathologische Aktivierung mit Überproduktion proinflammatorischer Zytokine und Hyperinflammation (Zytokinsturm) möglich → ARDS, systemische Multiorganbeteiligung
Immunität [29][31][32][33][34][35]
- Entsteht durch immunwirksame Antigenexposition durch
- Mehrfache SARS-CoV-2-Infektion oder
- Mehrfache COVID-19-Impfung oder
- SARS-CoV-2-Infektion und COVID-19-Impfung (sog. hybride Immunität)
- Qualität und Dauer
- Funktionale/protektive Immunität (Schutz vor schwerer Erkrankung)
- Keine sterile Immunität (kein Schutz vor Infektion und Übertragung)
- Abhängig von
- Impfstoff und Impfschema, siehe: COVID-19-Impfstoffe
- SARS-CoV-2-Variante
- Bspw. eingeschränkte / teilweise fehlenden Immunität nach einer Omikron-Infektion gegen andere SARS-CoV-2-Varianten (inkl. andere Omikron-Varianten) [36]
- Häufigkeit der Exposition
- Alter (Immunoseneszenz)
- Immunstatus
Symptomatik
Klinische Präsentation[4]
- Husten und Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen
- Luftnot als Hinweis auf beginnenden schweren Verlauf mit ausgeprägter interstitieller Pneumonie
- Pulsoxymetrie als Screening zu empfehlen!
-
Anosmie und/oder Dysgeusie [37][38][39]
- Parosmie: Qualitative Änderung des Geruchssinns
„Ungewöhnliche“ klinische COVID-19-Präsentationen
- Gastrointestinale Begleitsymptome (Übelkeit/Erbrechen, Diarrhö, unkomplizierte Bauchschmerzen)
- Konjunktivitis [40][41][42]
- Mukokutane Läsionen wie bspw. die „COVID-Zunge“
- Fallberichte
- Hauteffloreszenzen [43]
- Petechiales Exanthem [44]
- Frostbeulenartige Läsionen an den Akren [45][46], auch als COVID-Zehen bezeichnet
- Ausschlag ähnlich einer Pityriasis rosea bei schwerem Verlauf [47]
- Varizellenartiges Exanthem [48]
- Verschiedene Effloreszenzen [49][50][51]
- Brustschmerz
- Hämoptysen
- Hodenschmerzen
- Hauteffloreszenzen [43]
COVID-19-Schweregrade nach WHO [52]
Die folgende Übersicht kombiniert die Darstellung der deskriptiven WHO-Schweregradeinteilung mit den in Studienprotokollen zur medikamentösen Therapie festgelegten Punktwerten als Skalierung schwerer Verläufe.
| Schweregrad-Gruppe | WHO-COV-Schweregrad | Punktwert | |
|---|---|---|---|
| Keine Infektion |
|
| 0 |
| Milder Verlauf |
|
| 1 |
| 2 | ||
| 3 | ||
| Moderater Verlauf |
|
| 4 |
| 5 | ||
| Schwerer Verlauf |
|
| 6 |
| 7 | ||
| 8 | ||
| 9 | ||
| Tödlicher Verlauf | 10 | ||
Phasen des schweren Krankheitsverlaufs [53]
- Zeitlicher Verlauf: Ab dem Symptombeginn ist ein schwerer Verlauf durch eine zeitliche Abfolge der Progression gekennzeichnet
- Nach 2–7 Tagen: Entwicklung der Pneumonie
- Nach 4–8 Tagen: Hospitalisierung, Sauerstoffbedarf, ggf. Vigilanzstörungen und Verwirrtheit, siehe auch: CURB-65-Score (Rechner)
- Nach 8–10 Tagen: Kritischer Verlauf mit Notwendigkeit einer Intubation und maschinellen Beatmung, Bild eines ARDS bzw. Komplikation einer Sepsis
Die klinische Präsentation ist unspezifisch und variabel. Je nach Schwere und Fortschritt der Erkrankung reicht das Spektrum von asymptomatisch bis stark ausgeprägt!
Auch Erkrankte mit initial mildem Verlauf können im Krankheitsverlauf nach ca. einer Woche eine Verschlechterung erleiden!
Diagnostik
Verfahren zum Virusnachweis
- Indikation: Bei klinischem Verdacht
Antigen-(Schnell‑)Tests [55]
- Probenmaterial: Abstrich oder Spülung aus dem oberen Respirationstrakt [56]
- Einsatzgebiet: In der Akutdiagnostik als Point-of-Care-Testing mit Ergebnissen nach 15–30 min
- Aussagekraft: Sensitivität und Spezifität niedriger als für die PCR, insb. für neuere Varianten wie die Omikron-Variante, im Zweifel und bei entsprechender klinischer Symptomatik ist eine PCR anzustreben
PCR (RNA-Nachweis aus respiratorischen Sekreten) [31][55][57][58]
- Probenmaterial: Abhängig von Krankheitsverlauf und -phase auszuwählen [31]
- Oberer Respirationstrakt
- Naso-, Oropharyngealabstrich oder
- Nasopharynxspülung
- Unterer Respirationstrakt [31]
- Sputum [59]
- Bronchial- und Trachealsekret [59]
- Bronchoalveoläre Lavage [59]
- Oberer Respirationstrakt
- Einsatzgebiet: Goldstandard zur Detektion von SARS-CoV-2 in der Akutdiagnostik, v.a. in der Frühphase (1. Woche) sehr zuverlässig [60][61][62][63]
- Befundung: Positiv bzw. negativ je nach RNA-Nachweis
- Ct-Wert: Maß für die SARS-CoV-2-RNA-Konzentration in der Probe
Im späteren Verlauf der Erkrankung (Pneumonie, ARDS) kann der Rachenabstrich bereits wieder virenfrei sein, während in den unteren Atemwegen noch infektiöse Viruslast vorliegt! [64]
Die PCR kann initial negativ sein. Wiederholungen sollten daher alle 2–3 Tage bei begründetem Verdacht, Zweifeln an der Abstrichentnahmequalität und/oder dem Bild eines schweren Verlaufs durchgeführt werden – dann ggf. auch mit zusätzlicher Analyse geeigneter Sekrete der unteren Atemwege!
Antikörpertests [55]
- Verfügbarkeit: Antikörpernachweis mittels Labor- oder Schnelltests möglich
- Aussagekraft
- In der Akutdiagnostik unbedeutend
- Kein Ausschluss einer aktuellen Infektiosität
- Nutzen v.a. für infektionsepidemiologische Fragestellungen
- Nachweis einer Immunantwort
- Durchgemachte Infektion: Anti-Nukleokapsid-Antikörper, Serokonversion mit IgG-Nachweis ca. 4 Wochen nach Symptombeginn
- Nach Impfung: Anti-Spike-Protein-Antikörper, bspw. bei fraglicher Impfeffektivität im Rahmen einer Immunsuppression
- Bestimmung frühestens 4 Wochen nach 2. Impfdosis sinnvoll
- Siehe auch: COVID-19-Impfung bei Immunsuppression
Risiko für schweren Verlauf bei COVID-19 [54]
- Hohes Risiko: Starke Immunsuppression, bspw. bei/nach
- Organtransplantation
- Anti-B-Zell-Antikörper-Therapie
- CAR-T-Zell-Therapie
- Autologe/allogene Stammzelltransplantation
- Laufende Chemotherapie
- Schwere Immundefekte
- Mittleres Risiko bei
- Alter >65 Jahre
- Adipositas
- Diabetes mellitus
- Kardiovaskulären Erkrankungen
- Chronischen Erkrankungen, insb. von Lunge, Leber und Nieren
- Aktuelle Krebserkrankung
- Trisomie 21
- Niedriges Risiko
- Keine der o.g. Faktoren vorhanden
- Mehrheit der Betroffenen
Weiterführende Diagnostik bei schwerem Verlauf [54]
- Evaluation zur stationären Aufnahme: Mit besonderem Fokus auf
- Alter
- Komorbiditäten
- Atemfrequenz
- Sauerstoffsättigung
- Indikation zur ITS-Aufnahme: Mind. 1 Kriterium erfüllt
- Atemfrequenz >25–30/min
- spO2 <90% und Dyspnoe unter Sauerstoffgabe von 2–4 L/min
Laborwerte [54][65][66]
- Differenzialblutbild
- Entzündungswerte: CRP, LDH, ggf. PCT
- Gerinnung: D-Dimere, INR, PTT
- Leber: Transaminasen, γGT, AP, Bilirubin, Albumin
- Niere: Kreatinin, Harnstoff
- Herz: Troponin T/I, CK, CK-MB, NT-proBNP
- Arterielle Blutgasanalyse: Oxygenierung, Gasstatus und Säure-Basen-Haushalt
- Urindiagnostik: Albumin, Erythrozyten und Leukozyten
Die initiale Labordiagnostik sollte Diff-BB, CRP, LDH, AST sowie D-Dimere enthalten und regelmäßig wiederholt werden!
Bildgebung [54]
- Röntgen-Thorax: Bilaterale Infiltrate (v.a. bei intensivpflichtigen Betroffenen)
- CT-Thorax: Insb. zur Differenzialdiagnostik empfohlen, bspw. bei V.a. Lungenembolie
- Befunde im Frühstadium
- Bilaterale, subpleurale Milchglastrübungen
- Konsolidierung von Lungenabschnitten
- Selten: Pleuraergüsse, Lymphadenopathie
- Befunde im Verlauf: Progrediente Konsolidierungen mit „Crazy-Paving-Muster“
- Befunde im Frühstadium
Ergänzende Diagnostik bei Komplikationen [54]
- Kardiale Beteiligung: EKG, Echokardiografie
- Hepatische Beteiligung: Fokussierte DILI-Anamnese, Sonografie, Hepatitisserologie, ggf. weiterführende Bildgebung bei Cholestase und/oder V.a. Lebervenenthrombose
- Bakterielle Superinfektion/Sepsis: Blutkulturen, ggf. Diagnostik bei Sepsis
- Neurologische Beteiligung: EEG, Liquordiagnostik, CT/MRT des Kopfes / der Wirbelsäule
Therapie
Frühphase und hohes Risiko für schweren Verlauf bei COVID-19
- Antivirale Therapie
- Nirmatrelvir/Ritonavir : Innerhalb von 5 d nach Symptombeginn
- Rote-Hand-Brief zu Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir): Lebensgefährliche (bis tödliche) Wechselwirkungen mit bestimmen Immunsuppressiva, inkl. Tacrolimus [69]
- Immer evtl. Wechselwirkungen vor Gabe überprüfen: Online-Tool der University of Liverpool (www.covid19-druginteractions.org)
- Oder Remdesivir : Innerhalb von 7 d nach Symptombeginn
- Nirmatrelvir/Ritonavir : Innerhalb von 5 d nach Symptombeginn
COVID-19-Pneumonie
- Bei Sauerstoffpflichtigkeit und/oder (nicht‑)invasiver Beatmung: Dexamethason
- Erwägen bei schneller Progredienz zum respiratorischen Versagen: Tocilizumab (in Kombination mit Dexamethason)
- Erwägen bei Sauerstoffpflichtigkeit (nicht bei HFOT oder Beatmung): Remdesivir
Persistierende COVID-19-Infektion
- Auftreten: Insb. bei starker Immundefizienz durch B-Zell-Defekte und/oder Therapie mit CD20-Inhibitoren
- Antivirale Kombinationstherapie: Off-Label Use
- Nirmatrelvir/Ritonavir für 5 d oder Remdesivir für 5–10 d und
- Passive Immunisierung: Neutralisierende monoklonale Antikörper (nMAK) oder intravenöse Immunglobuline (IVIG)
Die Therapie der persistierenden COVID-Infektion ist i.d.R. off-label und sollte nur in erfahrenen Zentren durchgeführt werden!
Antikoagulation
- Ziele: Verhinderung von
- Thromboembolischen Ereignissen
- Krankheitsprogression durch Hemmen der virusinduzierten Aktivierung des Gerinnungs- und Immunsystems
Ambulanter Rahmen
- Niedriges Verlaufsrisiko: Thromboseprophylaxe nicht empfohlen
- Hohes Verlaufsrisiko und mind. Teilimmobilität: Medikamentöse Thromboseprophylaxe erwägen
- Niedermolekulares Heparin, wenn möglich, bevorzugen
- Hohes thromboembolisches Risiko nach stationärer Entlassung: Thromboseprophylaxe mit DOAK für 4–5 Wochen erwägen (Off-Label Use!)
Stationärer Rahmen
- Standard: Medikamentöse Thromboseprophylaxe einleiten mit
- Niedermolekularem Heparin
- Alternativ Fondaparinux
- Bei geringem Blutungsrisiko und erhöhtem thromboembolischem Risiko (D-Dimere ≥2 mg/L) und/oder Intensivpflichtigkeit: Intensivierte Antikoagulation in halbtherapeutischer Dosierung erwägen
Besonderheiten der intensivmedizinischen Therapie
- Persönliche Schutzausrüstung: Bei allen Atemwegsprozeduren
- Flüssigkeitsmanagement: Eher restriktive Volumentherapie empfohlen, analog zur Therapie des ARDS
- Ernährung: Enterale Ernährung, wenn möglich, bevorzugen
Akute hypoxämische respiratorische Insuffizienz
- Zielwerte: spO2 92–96% (bei Hyperkapnierisiko 88–92%)
- Vorrangige therapeutische Maßnahmen, je nach klinischem Zustand, insb.
- Zur Beatmungstherapie siehe auch: ARDS - Therapie
- Wach-Bauchlagerung (Awake Proning): Zusätzlich bei allen nicht-intubierten Patient:innen
- Notwendige Dauer >5 h
- Engmaschig überwachen, um etwaige Intubation nicht zu verzögern
- Für praktische Hinweise siehe auch: Bauchlagerung bei ARDS - AMBOSS-SOP
- Indikation zur Intubation und invasiven Beatmung
- paO2/FiO2<150 mmHg und Atemfrequenz >30/min oder
- paO2/FiO2 <100 mmHg
- Beatmungseinstellungen: Lungenprotektive Beatmung, dabei insb. beachten
- Tidalvolumen ≤6 mL/kg
- Endinspiratorischer Spitzendruck: pmax ≤30 cmH2O
- PEEP-Einstellung via ARDS-Network-Tabelle
- Siehe auch: Kurzübersicht Beatmungsziele bei lungenprotektiver Beatmung
NIV/CPAP sollte für die nicht-invasive Beatmungsunterstützung bei schwerer COVID-19-Infektion bevorzugt werden. Die High-Flow-Sauerstofftherapie ist ggf. alternativ durchzuführen!
Kontaktpersonenmanagement [2]
- Allgemeinbevölkerung: Derzeit keine durch die Gesundheitsämter angeordneten Infektionsschutzmaßnahmen
- Insb. keine Isolierung Erkrankter und/oder Quarantäne der Kontaktpersonen
- Maßnahmen bei Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen: Bspw. Schulen und Kitas
- Aktuell keine gesonderten Empfehlungen
- Im Einzelfall ggf. Anordnungen des zuständigen Gesundheitsamts beachten
Für Personen mit Atemwegsinfekten (inkl. SARS-CoV-2) gilt generell: Zu Hause bleiben für 3–5 Tage bzw. bis zur Besserung der Symptome! Soziale Kontakte sollten in dieser Zeit reduziert und bei unvermeidbaren Kontakten ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden (zum Fremdschutz)!
Nicht mehr empfohlene Wirkstoffe
- Rekonvaleszentenplasma
- Ivermectin
- Vitamin D
- Azithromycin
- Colchicin
- Fluvoxamin
- Anakinra
- Baricitinib
- Sotrovimab
- Molnupiravir
- Inhalative Steroide
COVID-19 - Schwangerschaft
Allgemein
- Empfehlungen der Fachgesellschaften: Zuletzt aktualisiert am 02.06. 2022 durch Stellungnahme von DGPM und DGGG [70]
- Übertragung: Kein generell erhöhtes Ansteckungsrisiko von schwangeren gegenüber nicht schwangeren Frauen [70]
- Vertikale Transmission: Möglich, jedoch von unklarer Relevanz [71][72]
Verlauf
Das Risiko für einen schweren Verlauf ist bei schwangeren Frauen höher als bei nicht schwangeren Frauen. [70]
- Risikofaktoren für schweren Verlauf
- Alter >35 Jahre
- Hoher BMI
- Arterielle Hypertonie
- Vorbestehender Diabetes mellitus
- Wahrscheinlich sozioökonomische Faktoren
- Diagnostik bei maternaler COVID-19-Erkrankung: Einzelne Röntgen-Thorax-Untersuchungen werden als unbedenklich bewertet, im Falle schwerer Symptomatik und therapeutischer Konsequenz soll aufgrund der hohen Sensitivität auch eine CT erwogen werden [73]
Management [74]
- Management bei maternaler COVID-19-Erkrankung
- Diagnostik: Grundsätzliches Vorgehen siehe COVID-19 - Diagnostik
- Bildgebung: Einzelne Röntgen-Thorax-Aufnahmen werden als unbedenklich bewertet, im Falle schwerer Symptomatik und therapeutischer Konsequenz soll aufgrund der hohen Sensitivität auch eine CT erwogen werden [73], die Lungensonografie sollte als Methode ohne Strahlenbelastung ergänzend immer mitbedacht werden
- Diagnostik: Grundsätzliches Vorgehen siehe COVID-19 - Diagnostik
- Indikation zur intensivmedizinischen Therapie: I.d.R. zu stellen bei [70]
- Sauerstoffbedarf und Komorbiditäten
- Atemfrequenz >25-30/min
- SpO2 <94%
- Medikamentöse Therapie: Der Einsatz von Prednisolon kann bei schweren Verläufen aus maternaler Indikation analog zu anderen Patientengruppen erwogen werden
- Nirmatrelvir/Ritonavir sollte zurückhaltend verabreicht werden
- Tocilizumab kann als Einzelfallentscheidung erwogen werde
- Monoklonale Antikörper können als Einzelfallentscheidung erwogen werden
- Remdesivir sollte zurückhaltend verabreicht werden
- Präpartales Management
- Zwei- bis vierwöchentliche sonografische Überwachung des Fötus bei SARS-CoV-2-positiven Schwangeren aufgrund möglicher Komplikationen (FGR, Plazentainsuffizienz) [75][76] [70]
- Bei positivem Test oder nach Kontakt mit positiv getesteten/symptomatischen Personen telefonische Information des Frauenarztes/der Frauenärztin
- Im Falle häuslicher Quarantäne: Notwendigkeit von Vorsorgeterminen telefonisch mit der gynäkologischen Praxis klären [77]
- Ggf. indikationsgerechte Verabreichung einer Lungenreifeinduktion
- Management nach behandelter Infektion : Untersuchung auf mögliche fetale/maternale Schäden [70]
- Management im Kreißsaal und Geburtsablauf: Empfehlungen der DGGG und GBCOG etabliert [70]
- Die Anwesenheit einer gesunden Begleitperson bei asymptomatischer und nicht infizierter Patientin wird als sinnvoll und möglich erachtet! [70]
- Bei maternaler COVID-19-Erkrankung/positivem Test/hochgradigem Verdacht
- Geburt in einer Geburtsklinik [77] [77] [70]
- Keine alleinige Indikation für eine Geburtseinleitung/Entbindung
- Ggf. indikationsgerechte Verabreichung einer Tokolyse
- Keine Kontraindikation für eine vaginale Entbindung
- Möglichst nur medizinisch indizierte Sectiones durchführen [78][79], eine mütterliche respiratorische Beeinträchtigung sollte kontinuierlich überwacht werden und kann eine Sectio caesarea erforderlich machen
- Eine Periduralanästhesie (PDA) ist möglich [70]
- Opioidgabe unter kontinuierlicher Überwachung möglich
- Thromboseprophylaxe bei stationären Patientinnen unter Beachten der peripartalen Kontraindikationen
- Thromboembolische Komplikationen: Bei Schwangeren mit COVID-19 ist besonderes Augenmerk auf thromboembolische Komplikationen zu richten [70]
- Keine Antikoagulation: Ambulante, asymptomatische Schwangere ohne Risikofaktoren für ein thromboembolisches Ereignis
- Antikoagulation erwägen bei
- ambulant betreute Schwangere mit Risikofaktoren für ein thromboembolisches Ereignis
- ambulant betreute Schwangere mit mindestens moderaten Symptomen
- Antikoagulation empfohlen bei
- Hospitalisierung
- Schwerer Verlauf
- Siehe auch
- Postpartal
Komplikationen [70]
Schwere Pneumonien bedingen generell ein erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit und FGR [73], die COVID-spezifische Erhöhung des Komplikationsrisikos während der Schwangerschaft muss fortlaufend untersucht und ausgewertet werden.
- Generell aufgrund der kurzen Zeitspanne begrenzte Daten! [74]
- Bisher kein Nachweis einer erhöhten Fehlbildungsrate
- Bisher kein Nachweis einer erhöhten Fehlgeburtenrate durch COVID-19, siehe auch: Abort und intrauteriner Fruchttod
- Erhöhte Rate von Frühgeburtlichkeit, am ehesten in der späten Frühgeburtsperiode >34. SSW
- Siehe auch: Drohende Frühgeburtlichkeit, Lungenreifeinduktion
- Erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie
- Plazentainsuffizienz und fetale Wachstumsrestriktion können nicht ausgeschlossen werden
- Möglicherweise erhöhte Rate an Totgeburten
AMBOSS-Pflegewissen: COVID-19
- Nicht alle positiv auf COVID-19 getesteten Patient:innen entwickeln Krankheitssymptome
- Bei symptomatischen Patient:innen ist ein breites Spektrum an Symptomen und Symptomausprägungen möglich
Beobachten/Überwachen
- Bei symptomfreien Patient:innen: Entwickeln sich Symptome?
- Basismonitoring
- Sauerstoffsättigung
- Temperatur
- Atemfrequenz
- Herzfrequenz
- Blutdruck
- Blutzucker, insb. unter Glucocorticoidtherapie
- Weitere Überwachungsschwerpunkte siehe auch AMBOSS-Pflegewissen: Pneumonie
Medikamentöse Therapie
- Bei leichten Verläufen und/oder Patient:innen ohne Risikofaktoren für einen schweren Verlauf: Keine Empfehlung für eine medikamentöse Therapie
- Bei Sauerstoff- bzw. NIV-Bedarf: Ggf. Glucocorticoide nach ärztlicher Anordnung
- Siehe auch COVID-19 - Therapie
- Palliative Patient:innen: Überwachung der Schmerz- und/oder Sedierungsmedikation
Hygiene
- Hausinterne Hygienestandards beachten: Prävention einer Ausbreitung
- Isolation: In einem Einzelzimmer bzw. Kohortenisolation
- Siehe auch
Mobilisation/Bewegung
Prophylaxen und Körperpflege
Spezielle Kommunikation und psychosoziale Schwerpunkte
- Hoher Leidensdruck der Patient:innen aufgrund der Hygieneschutzmaßnahmen
- Psychische Belastung durch Besuchsverbote/Isolationsmaßnahmen
- Unterstützung bei der Kommunikation mit Angehörigen (Telefon, Videoanrufe)
- Auf Sorgen von Patient:innen und Angehörigen eingehen
- Kontakt zu Angehörigen halten
- Palliative Situation: Begleitung der Angehörigen
Prävention
Hygiene und persönliche Schutzmaßnahmen
Ambulantes Management [81][82]
- Isolation bei Praxiskontakt/Notfallambulanz: Begründete Verdachtsfälle sollten umgehend mit einem Mund-Nasen-Schutz versorgt und in einen separaten Raum gebracht werden, anschließend sollte med. Personal die Behandlung in Infektionsschutzkleidung durchführen (FFP2-Maske, Schutzkittel, Handschuhe, Schutzbrille bzw. -visier )
- In Fällen mit Ausschlussdiagnostik ohne hohes epidemiologisches Risiko: Patient:innen mit Mund-Nasen-Schutz versorgen, medizinische Betreuung in Schutzkittel wie oben
- Siehe auch für die Beratung: COVID-19 - Aufklärungsmaßnahmen zu Infektionsschutz und Prävention
Stationäre Hygienemaßnahmen [54]
- Indikation: Patient:innen mit bestätigtem SARS-CoV-2-Nachweis
- Gilt auch für asymptomatische Ausscheidende
- Unterbringung: Wenn möglich Einzelzimmer zur Isolierung
- Ggf. Kohortierung mehrerer Betroffener in Mehrbettzimmern
- Transport: Mund-Nasen-Schutz für Patient:innen
- Versorgung: Infektionsschutzkleidung tragen
Es sind die gleichen krankenhauseigenen Hygienemaßnahmen wie für alle infektiösen Patient:innen zu beachten!
Entisolierungskriterien bei nachgewiesener SARS-CoV2-Infektion [54]
- Viruslast in PCR <106 Kopien/mL
- Bei schwerem Krankheitsverlauf
- Unter Immunsuppression
- 7 Tage nach positivem Erregernachweis/nach Symptombeginn
- Asymptomatische Ausscheidende
- Betroffene mit leichtem oder mildem Krankheitsverlauf
Hauterkrankungen durch persönliche Schutzausrüstung
Mund-Nasen-Bedeckungen, medizinische Gesichtsmasken und partikelfiltrierende Halbmasken sowie Handschuhe bei medizinischem Personal sind ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Virusverbreitung und, je nach Maskentyp, zum Selbstschutz. Seit der COVID-19-Pandemie ist ein Anstieg von Hauterkrankungen zu beobachten, die durch das Tragen der Schutzausrüstung hervorgerufen oder verschlimmert werden können. Eine effektive Prävention bzw. Therapie ist wichtig, um die Compliance gegenüber der persönlichen Schutzausrüstung zu gewährleisten und somit Infektionen zu verringern und medizinisches Personal zu schützen. [83][84][85][86][87][88][89][90]
Vorkommen
- Insb. medizinisches Personal betroffen
- Ausfall von medizinischem Personal durch Hauterkrankung
- Sinkende Compliance gegenüber der Schutzausrüstung und somit höheres Infektionsrisiko
- Vermehrt bei Personen mit bestehenden Vorerkrankungen der Haut oder Allergien
Ätiologie
- Feucht-warmes Klima: Okklusion durch Handschuhe und Maske, Schwitzen und Feuchtigkeit in der Ausatemluft führen zu
- Physikalische Irritantien: Reibung und Druck
- Chemische Irritantien: Kontaktallergene in Masken und Handschuhen
Symptome/Klinik
Diagnostik
- Klinisches Erscheinungsbild
- Anamnese: Tragedauer und Art der persönlichen Schutzausrüstung, bestehende Hauterkrankungen, bestehende Allergien, Berufsanamnese, Familienanamnese
- Epikutantest bei V.a. allergische Kontaktdermatitis: Standardserie, Desinfektionsmittel, Gummireihe, kleine Stücke der verwendeten Masken und Handschuhe, ggf. weitere Reihen
Resultierende Krankheitsbilder
- Toxische Kontaktdermatitis
- Allergische Kontaktdermatitis [91][92]
- Provoziert durch Allergene in der Schutzausrüstung
- Verstärkung durch Okklusion
- Urticaria factitia, Kontakturtikaria oder Druckurtikaria
- Erregerbedingte Hauterkrankungen: Tinea faciei [93], Impetigo [94]
- Verstärkung oder Reaktivierung von bereits bestehenden Hauterkrankungen
- Acne vulgaris
- Ruptur und Entzündung der Komedonen durch Reibung und Druck
- Okklusion der Talgausführungsgänge
- Störung der Mikrozirkulation bei langanhaltendem Druck
- Vermehrte bakterielle Besiedelung durch feucht-warmes Klima
- Atopische Dermatitis
- Rosazea [95]
- Seborrhoisches Ekzem
- Periorale Dermatitis
- Psoriasisläsionen: Druck/Reibung kann Köbner-Phänomen auslösen [96]
- Acne vulgaris
Therapie
- Basismaßnahmen
- Pflege mit parfümfreien Pflegecremes
- Kühlende Kompressen zur Minderung von Rötung und Schwellung
- Medikamentöse Therapie
- Topische Antiseptika bei Erosionen zur Vermeidung einer Sekundärinfektion, z.B. Octenidin
- Topische Glucocorticoide der Klasse I und II bei Kontaktdermatitis (siehe: Topische Glucocorticoide)
- Antihistaminika bei allergischer Kontaktdermatitis und/oder Juckreiz, z.B. Cetirizin
- Leitliniengerechte Therapie der Grunderkrankung: Beginn, Wiederaufnahme bzw. Fortführung
Prävention
- Aufklärung über korrekte Benutzung der Masken
- Auf reibungsfreien Sitz achten
- Tragezeit so kurz wie möglich und Pausen einlegen
- Waschen von Alltagsmasken bei mind. 60 °C
- Regelmäßiges Wechseln der Maske
- Möglichst zertifizierte Masken verwenden
- Pflege
- Gesicht
- Gesichtspflege zum Erhalt/Stärkung der Hautbarriere mit parfümfreien Feuchtigkeitscremes
- Emollientien (z.B. Vaseline) zur Minderung von Reibung der Maske an prädisponierten Stellen auftragen
- Hände
- Gesicht
- Meidung von Allergenen: Kontaktallergenfreie Maske und Handschuhe verwenden, Baumwollhandschuhe unterziehen, Gaze-Inlay in der Maske verwenden
- Bei V.a. Berufsdermatose: Verfahren zur Anerkennung einleiten
Komplikationen
- Pulmonal
- Respiratorische Insuffizienz
- ARDS (siehe auch: ARDS - Therapie zur Beatmungstherapie)
- Kardial [97][98][99][100][101][102][103][104][105]
- Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern)
- Akute Linksherzinsuffizienz mit ggf. kardiogenem Schock
- Myokarditis
- Endotheliitis der pulmonalen und kardialen Gefäße, siehe auch
- Neurologisch [106][107][108] [109][110][111]
- Thromboembolische Ereignisse [112][113]
- Lungenembolie
- Tiefe Beinvenenthrombose bzw. Thrombosen atypischer Lokalisation
- Antiphospholipid-Syndrom
- Therapeutische Antikoagulation - Klinische Anwendung [114]
- Weitere [115][116]
- Akute Nierenfunktionseinschränkung
- Akutes Leberversagen
- Multiorganversagen
- Bakterielle/fungale Superinfektion
Das Mortalitäts- und Komplikationsrisiko einer SARS-CoV-2-Infektion ist aufgrund steigender Immunität nach Impfung oder durchgemachter Infektion sowie geringerer Virulenz der Omikron-Variante stark zurückgegangen!
Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Prävention
Allgemeine Infektionsschutzmaßnahmen
- Abstand: 1,5–2 m Abstand halten („mind. eine Armlänge Abstand“)
- Händehygiene: Nach jedem Kontakt mit kontaminierten Gegenständen und Personen
- Waschen der Hände mit Wasser und Seife und/oder
- Hygienische Händedesinfektion mit einem viruziden Händedesinfektionsmittel [117]
- Husten- und Nies-Etikette
Mund-Nasen-Schutz [118][119]
- Bei erkrankten Personen: Sinnvoll, um eine Weiterverbreitung respiratorischer Sekrete beim Atmen, Husten und Niesen zu vermeiden bzw. vermindern, bspw. bei Transporten und Verlegungen! [120][121]
- In Krankenhäusern bzw. ambulanter und stationärer Altenpflege: Für Personal mit Kontakt zu Patient:innen in Krankenhäusern bzw. in der Altenpflege sinnvoll; auch und insb. in der Betreuung von Nicht-Infizierten, um eine Ansteckung durch Versorgende zu minimieren [122]
- Für Hygienemaßnahmen bei medizinischem Personal gelten strengere Anforderungen, siehe auch: COVID-19 - Hygiene und Prävention
Impfung
- Übergeordnetes Ziel: Verhindern von schweren Verläufen, Hospitalisierungen und Tod sowie Langzeitfolgen durch COVID-19 in der Bevölkerung
- Vorgehen: Nach COVID-19 - STIKO-Impfempfehlungen
- Informationsübersicht: Siehe Kapitel COVID-19-Impfstoffe
Ziele der COVID-19-Impfung [123]
- Besonderer Schutz bestimmter Bevölkerungsgruppen vor COVID-19 (Individualschutz)
- Risikopersonen: Insb. Vorerkrankte und ältere Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Erkrankung/Tod
- Schwangere und Stillende
- Schwere Verläufe und Todesfälle ↓
- Mütterliche und fetale/neonatale Schwangerschaftskomplikationen ↓
- Kinder und Jugendliche
- Erkrankungen, Hospitalisierungen und Langzeitfolgen ↓
- Indirekte Folgen durch SARS-CoV-2-Infektionen ↓
- Berufsbedingt SARS-CoV-2-exponierte Personen
- Reduktion der SARS-CoV-2-Transmission (Bevölkerungsschutz)
- Ausbruchsgeschehen ↓
- Schutz von Risikopersonen ↑
- Hospitalisierungen ↓
- Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur und des öffentlichen Lebens
Zusätzliche Impfberatung
- Pneumokokken-Impfung: Kann saisonunabhängig gemäß Indikation erfolgen
- Influenza-Impfung: Weiterhin gemäß bestehender Indikationen für Risikogruppen empfohlen
COVID-19-Impfung
STIKO-Empfehlungen [124]
Standardimpfung
- Personen ≥18 bis <60 Jahre
- Grundimmunisierung empfohlen (siehe: COVID-19-Impfschema)
- Auffrischungsimpfungen nicht empfohlen
- Schwangere jeden Alters (ab dem 2. Trimenon)
- Grundimmunisierung empfohlen (siehe: COVID-19-Impfschema)
- Auffrischungsimpfungen nicht empfohlen
- Personen ≥60 Jahre: Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen empfohlen (siehe: COVID-19-Impfschema)
Indikationsimpfung
- Indikationen
- Bewohner:innen von Alten-/Pflegeeinrichtungen
- Personen ≥6 Lebensmonate mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf
- Für Kinder und Jugendliche <18 Jahre siehe: Pädiatrische COVID-19-Risikogruppen
- Für Erwachsene ≥18 Jahre siehe: COVID-19-Risikogruppen
- Enge Kontaktpersonen ≥6 Lebensmonate (inkl. Familienangehörige) von Personen mit vermutlich unzureichender Impfantwort
- Impfschema: Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen empfohlen (siehe: COVID-19-Impfschema)
Berufsbedingte Impfung
- Bei Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen mit direktem Patientenkontakt: Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen empfohlen (siehe: COVID-19-Impfschema)
COVID-19-Impfschema
- Grundimmunisierung: 1–3 Impfdosen, bis die für die SARS-CoV-2-Basisimmunität erforderlichen ≥3 Antigenkontakte (inkl. ≥1 Impfung) erreicht sind
- Impfschema
- 1. und 2. Impfdosis: Mindestabstand von 4 Wochen (idealerweise 12 Wochen [125])
- 3. Impfdosis: Mindestabstand von 6 Monaten zur 2. Impfdosis
- Impfziel: SARS-CoV-2-Basisimmunität zum Schutz vor einem schweren COVID-19-Verlauf
- ≥3 Antigenkontakte, davon ≥1 Impfung
- Mindestabstände zwischen Infektionen und Impfungen: 3 Monate
- Impfschema
- Auffrischungsimpfung: Jährlich 1 Impfdosis im Herbst
- Nicht erforderlich bei immunkompetenten Personen mit SARS-CoV-2-Infektion innerhalb der letzten 12 Monate
- Mindestabstände zu Begleittherapien [126]
- Subkutane Immuntherapie (SCIT): Mindestabstand 7 Tage
- Sublinguale Immuntherapie (SLIT): Nach Impfung 1–2 Tage Pause
- Antikörper (z.B. Xolair®, Dupixent®, Nucala®, Fasenra®): Mindestabstand 7 Tage
Eine COVID-19-Grundimmunisierung wird als Standardimpfung für alle Personen ab 18 Jahren mit unvollständiger SARS-CoV-2-Basisimmunität empfohlen! Eine serologische (Routine‑)Diagnostik ist zur Indikationsstellung NICHT erforderlich!
Impfschutz
- Beginn
- Comirnaty® und Nuvaxovid®: Ab 7 Tage nach der 2. Impfdosis
- Spikevax®: Ab 14 Tage nach der 2. Impfdosis
- Dauer: Unbekannt
- Besonderheit: Keine Kreuzimmunität zwischen MERS-CoV und SARS-CoV-2 [127]
Impfstoffe
- STIKO-Empfehlung: COVID-19-mRNA-Impfstoffe (BNT162b2 oder mRNA-1273 ) oder proteinbasierte COVID-19-Impfstoffe (NVX-CoV2373 ), jeweils mit der von der WHO empfohlenen Variantenanpassung
- Schwangere: Vorzugsweise mit Comirnaty®
- Personen ≥12 bis <30 Jahre: I.d.R. nicht mit Spikevax®
- Siehe auch: COVID-19-Impfstoffauswahl nach Altersgruppen und COVID-19-Impfstoffe
- Kontraindikationen
- Allgemein: Siehe Kontraindikationen für Impfungen
- Impfstoffspezifisch: Siehe COVID-19-mRNA-Impfstoffe und proteinbasierte COVID-19-Impfstoffe
COVID-19-Impfstoffauswahl nach Altersgruppen
| COVID-19-Impfstoffauswahl in Abhängigkeit vom Alter gemäß STIKO-/EMA-Empfehlungen für die Saison 2025/2026 | |
|---|---|
| Altersgruppe | Empfohlene Impfstoffe (aktuelle Variantenanpassung: Omikron-Variante LP.8.1, bei unzureichender Verfügbarkeit KP.2 oder JN.1 [128]) |
| ≥6 Monate bis <12 Jahre |
|
| ≥12 bis <30 Jahre |
|
| ≥30 Jahre |
|
Bei der COVID-19-Impfung rät die STIKO im Allgemeinen zu mRNA- und proteinbasierten Totimpfstoffen mit von der WHO empfohlener Variantenanpassung!
COVID-19-Impfung bei Immunsuppression [33][129][130][131]
- Allgemeines: Wirksamkeit bei Immundefizienz/Immunsuppression wahrscheinlich reduziert [33]
- Insb. bei schwerer Immundefizienz
- Impfzeitpunkt: Möglichst in der geringsten Immunsuppressionsphase einer Therapie, bspw.
- Impfungen ≥2 Wochen vor einer geplanten antineoplastischen Chemotherapie durchführen
- In der Mitte des Verabreichungsintervalls eines Immunsuppressivums impfen
- Impfstoffauswahl und Besonderheiten: Impfstoffauswahl nach altersgerechten Empfehlungen wie bei Nicht-Immunsupprimierten
- Bei Auffrischungsimpfungen mit mRNA-1273 (Moderna): Verimpfen der vollen Dosis (100 μg) statt der ansonsten reduzierten Dosis (50 μg)
- Keine besondere Gefährdung durch die zugelassenen Impfstoffe anzunehmen (da mit konventionellen Totimpfstoffen vergleichbar)
- Weitere allgemeine Empfehlungen des RKI zu Impfungen bei Immunsuppression beachten [132]
- Überprüfung der Impfantwort: Serologische Diagnostik (Anti-Spike-Protein-Antikörper)
- Zeitpunkt: Frühestens 4 Wochen nach letzter Impfdosis
- Auswertung: Quantifizierung des Antikörpertiters, bei niedrigen Antikörpertitern ggf. auch Titerverlauf berücksichtigen
- Möglichkeiten bei unzureichender Impfantwort
- Zusätzliche Impfdosen (im Mindestabstand von 4 Wochen)
- Dosiserhöhung: Bspw. Verdopplung der Impfstoffdosis (Off-Label Use)
- Impfstoffwechsel: Verwendung eines Impfstoffs einer anderen Technologie (Wechsel zu mRNA- bzw. Subunit-Impfstoff)
Bei besonderer Gefährdung von Immunsupprimierten und unklarer Wirksamkeit der Impfung ist besonders auf eine konsequente Impfung aller Kontaktpersonen (inkl. Influenza) und das konsequente Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu achten!
Das RKI bietet ein Faktenblatt mit den wichtigsten Informationen zur COVID19-Impfung an, bspw. für Aufklärungsgespräche! [133]
Nachsorge
Long-COVID-Syndrom und Post-COVID-Syndrom
- Definitionen
- Symptomausprägung
- Persistierende Symptome nach akuter SARS-CoV-2-Infektion
- Neue Symptomatik infolge der SARS-CoV-2-Infektion
- Verschlechterung von Vorerkrankungen infolge der SARS-CoV-2-Infektion
- Symptomdauer
- Long-COVID-Syndrom: >4 Wochen
- Post-COVID-Syndrom: >12 Wochen
- Symptomausprägung
- Prävalenz
- Symptome >12 Wochen bei 10–15%
- Symptome >12 Wochen mit funktionellen Einschränkungen im Alltag bei 1,2–4,8%
- Risikofaktoren
- Schutzfaktoren
- COVID-19-Impfung
- Antivirale Therapie während akuter Infektion
- Symptomatik: Hohe Variabilität, am häufigsten bspw.
- Allgemein/Unspezifisch
- Muskelschwäche/Müdigkeit
- Chronisches Fatigue-Syndrom (siehe auch ME/CFS)
- Schlafstörungen
- Kopfschmerzen
- Muskel- und/oder Gelenkschmerzen
- Psychiatrisch: Angststörungen und/oder Depressionen, posttraumatische Belastungsstörung
- Neurologisch: An- oder Parosmie, Neuralgien, Aphasie, Dysphagie
- Pulmonal: Persistierender Husten, Lungenfibrose
- Kardial: Myokarditis, Thoraxschmerzen, Palpitationen und Tachykardien
- Hautveränderungen: Bspw. Urtikaria, Livedo reticularis, varizellförmige Manifestationen sowie bläuliche Verdickungen über Zehen- und Fingergelenken
- Allgemein/Unspezifisch
- Diagnostik: 8–12 Wochen nach stationärer Entlassung bzw. nach akuter Infektion auf Langzeitfolgen screenen
- Anamnese und klinische Untersuchung mit Fokus auf die angegebene Symptomatik
- Fachspezifische Diagnostik bei V.a. Organschäden (bspw. EKG und Echokardiografie bei V.a. kardiale Schädigung)
- Therapie: Symptomorientiert
- Ggf. psychologische und psychosoziale Mitbetreuung
- Prognose: Symptomatik >1 Jahr vorhanden bei 15% der Fälle
- Rehabilitation: Insb. nach schweren, komplikationsreichen Verläufen anzustreben
- Idealerweise bereits frührehabilitative Maßnahmen während stationärer Behandlung
- In spezialisierten Rehabilitationskliniken nach Entlassung fortsetzen (stationär oder ambulant)
- Verlegungskriterien: ≥2 Tage nach Besserung der Akutsymptomatik und stabile kardiopulmonale Situation
- Siehe auch: Long-COVID-Syndrom im Kindes- und Jugendalter
Meldepflicht
- Arztmeldepflicht nach § 6 IfSG [134][135]
- Namentliche Meldepflicht bei Verdachts-, Krankheits- oder Todesfällen
- Labormeldepflicht nach § 7 IfSG [136]
- Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis
Siehe auch: COVID-19 - Infektionsschutzgesetz
AMBOSS-Podcast zum Thema
Impfskepsis: Sorgen adressieren, Vertrauen aufbauen (Dezember 2024)
Long-COVID (1): Zahlen, Risikofaktoren, Erklärungsmodelle (Dezember 2023)
Long-COVID (2): Aufklären, behandeln, weitervermitteln (Dezember 2023)
Long-COVID – was wissen wir? Antworten aus der Spezialambulanz (Mai 2021)
COVID-19-Impfstoffe – Experteninterview STIKO – Teil 1 (Dezember 2020)
COVID-19-Impfstoffe – Experteninterview STIKO – Teil 2 (Dezember 2020)
COVID-19 und Immunsuppressiva (April 2020)
Psychische Effekte von Quarantänemaßnahmen (April 2020)
Beatmung bei COVID-19 mit ARDS – Teil 1 (März 2020)
Ein besonderer Dank gilt den Kollegen des Campus für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (CIN e.V.) [137] für die Zusammenarbeit bei den Episoden zur Beatmung.
Beatmung bei COVID-19 mit ARDS – Teil 2 (März 2020)
Ein besonderer Dank gilt den Kollegen des Campus für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (CIN e.V.) [137] für die Zusammenarbeit bei den Episoden zur Beatmung.
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Meditricks
In Kooperation mit Meditricks bieten wir durchdachte Merkhilfen an, mit denen du dir relevante Fakten optimal einprägen kannst. Dabei handelt es sich um animierte Videos und Erkundungsbilder, die auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend sind. Die Inhalte liegen meist in Lang- und Kurzfassung vor, enthalten Basis- sowie Expertenwissen und teilweise auch ein Quiz sowie eine Kurzwiederholung. Eine Übersicht aller Inhalte findest du im Kapitel „Meditricks“. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – für genauere Informationen empfehlen wir einen Besuch im Shop.
COVID-19: Kindern erklärt
COVID-19
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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026
- U07.-: Krankheiten mit unklarer Ätiologie und nicht belegte Schlüsselnummern
- U07.1 !: COVID-19: Coronavirus-Krankheit-2019, Virus nachgewiesen
- U07.2 ! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen
- U99.0 ! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
- U08.9: COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet
- U09.9 !:Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet
- U10.9: MIS-C bzw. multisystemisches Entzündungssyndrom in Zusammenhang mit COVID-19, nicht näher bezeichnet
- U11.9: Notwendigkeit der Impfung gegen COVID-19, nicht näher bezeichnet
- U12.9 !: Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von COVID-19-Impfstoffen, nicht näher bezeichnet
Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.